Sonntag, 11. November 2012

[Filmvorstellung] The Social Network

Bildquelle

Originaltitel: The Social Network
Produktionsjahr: 2010
Laufzeit: 121 Minuten
Altersfreigabe:
ab 12 Jahren freigegeben

Inhalt:
Facebook - eine wohl allen bekannte Seite, die mittlerweile 1 Milliarde Nutzer zu verzeichnen hat. (Die Zahl ist vom Oktober 2012)
Der Film The Social Network dreht sich um die Entstehungsgeschichte dieser weltweit bekannten Seite. Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg), der von seiner Freundin verlassen wird, erstellt eine Website namens Facemash, auf der man zwei Bilder von Mädchen vorgelegt bekommt, und sie mit einem Klick deren Attraktivität vergleichen kann. Schon bald hat er mit dieser Seite den Server der Harvard-Universität lahm gelegt und bekommt eine Bewährungsstrafe.
Aber damit noch lange nicht genug. Das ist nur der kleine Anstoß für sein großes Projekt The Facebook, das schon wenig später zum Selbstläufer zu werden scheint.

Sie sind kein Arschloch, Mark. Sie geben sich nur große Mühe eins zu sein.

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu Beginn, als der Film im Kino lief, gedacht habe, dass es doch ziemlich übertrieben sei, über die Gründung Facebooks einen Film zu drehen.
Jetzt im Nachhinein bereue ich es etwas, den Film nicht auf einer großen Kinoleinwand gesehen zu haben.

Zu allererst gibt es einen großen Pluspunkt für den Regisseur. David Fincher. Ein ziemlich guter, wenn man mich fragt. Schon mit Fight Club konnte er mich vollkommen überzeugen und hat es geschafft, mich zusammen mit den Schauspielern in die Geschichte und die Welt hineinzuziehen. Bei The Social Network war es genau der gleiche Fall. Mit - wie es mir scheint - einfachen Mitteln, baut er eine ziemliche Spannung in ein Thema, das doch irgendwie sehr trocken klingt.
Der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle sind vielleicht die Unterbrechungen durch die beiden verschiedenen Anhörungen, in die Zuckerberg verwickelt ist. Mich persönlich haben sie zu Beginn etwas verwirrt, aber ich hatte es dann doch ziemlich schnell raus und dann war es total interessant, der ganzen Unterhaltung und den kleinen Sequenzen aus der Vergangenheit zu folgen und sich so ein Bild machen zu können, wie es zu den Anklagen gekommen ist.

»Damit bin ich quasi kein Teil von Facebook.«
»Du bist nicht quasi kein Teil von Facebook, du bist kein Teil von Facebook.«
»Mein Name steht im Impressum.«
»Sieh lieber noch mal nach.«

Eine weitere Sache sind die Schauspieler. Vor allem Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg war einsame Spitze. Seine Rolle als der Nerd ohne viele Freunde, der typische Verlierertyp, der in der Uni nur mit Adidas-Schlappen und Kaputzenpullis durch die Gegend rennt, hat er perfekt verkörpert. Gleichzeitig hat er es geschafft, irgendwie als Arschloch dazustehen, dem sein Projekt über alles ging und dem seine Freunde auf irgendwie ziemlich egal erschienen. Seine Entschuldigungen kamen halbherzig rüber, auch wenn sie vielleicht anders gemeint waren und sein ständiges Mitteilungsbedürfnis ging einem bei Zeiten auf den Keks, aber genau das machte ihn so außergewöhnlich.
Aber auch Andrew Garfield als sein bester Freund Eduardo Saverin und Justin Timberlake als Sean Parker waren sehr gelungen und griffige Charaktere, die alle ihre Eigenheiten hatten und den Film bereichert haben.
Hinzu kommt der krasse Bruch zu den coolen Studentenclubs, in die Eduardo Saverin teilweise eingeführt wurde und die vor allem durch die Brüder Winklevoss repräsentiert wurden. Die zwar mit einer Idee aufwarten konnten und auch das nötige Kleingeld haben, aber nicht „schlau“ genug sind, diese umzusetzen und somit online zu stellen. Demnach sind sie vollkommen abhängig von Zuckerberg und stehen dementsprechend schlecht da. Eine Tatsache, die doch irgendwie immer wieder auf lustige Weise aufgegriffen wird, wie ich finde und somit in den - eigentlich vielleicht langweiligen Stoff - Wortwitz und Würze hineinbringt.

»Hier geht es womöglich um Millionen von Dollar.«
»Jetzt geht aber Ihre Vorstellungskraft mit Ihnen durch, Mr. Winkelvoss.«

Fazit:
Ich kann den Film wirklich nur jedem empfehlen. Hinter diesem eher langweiligen Stoff versteckt sich nämlich eine interessant Geschichte und eine sehr gut gelungene filmische Fassung. Wie viel jetzt von alldem wahr ist und wie viel erfunden, wissen wohl nur Mark Zuckerberg und Eduardo Saverin selbst und jeder kann nur für sich entscheiden, was er für bare Münze nimmt und was nicht. Trotzdem hat der Film mir alles in allem sehr gut gefallen. Tolle Schauspieler, toller Regisseur, interessante Story und vor allem - aktuell.
5 von 5 Sternen.

Kommentare:

  1. Hallöchen :)

    Mensch, jetzt hab' ich den Film gestern Abend doch tatsächlich wieder nicht gesehen ... Dabei hatte ich es mir fest vorgenommen.
    Ich hatte ja schon rausgehört, dass du den Film mochtest, deine ausführliche Meinung bestätigt das noch einmal. Ich werde ihn mir auf jeden Fall noch ansehen!

    Liebe Grüße
    Tin

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  2. Huhu Jojo!

    Oh man, ich fühle mich so schlecht - die DVD liegt seit Ewigkeiten bei mir rum und ich habe den Film immer noch nicht gesehen. Dabei weiß ich, dass er gut ist, aber irgendwie ... Argh!
    Deine Rezension bekräftigt mich jedenfalls nochmal darin, dass ich diesen Film sehen muss!

    Viele Grüße! :)

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    1. Hej,
      Ach, ist doch nicht schlimm. Ne DVD frisst ja normalerweise kein Brot. Ich würd's nur nicht so lange aushalten, sie ungeguckt im Schrank stehen zu lassen xD
      Ich hoffe jedenfalls, dass er dir gefällt und wünsch dir viel Spaß (:
      Liebe Grüße

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