Freitag, 26. Oktober 2012

[Buchvorstellung] Ursula Poznanski - Saeculum


Bildquelle

Verlag: Loewe Verlag
Seitenzahl: 493 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7028-9

Inhalt:
Bastian ist Medizinstudent und hätte selbst wohl nie gedacht, dass er sich für fünf Tage vollkommen von der Außenwelt abschotten würde.
Auf Sandras Bitten hin nimmt er an einem Live-Rollenspiel teil, das im Mittelalter spielen soll. Dementsprechend sind weder Handy noch Pflaster und auch keine Brille gestattet.
Die Rollenspielgruppe reist zusammen in ein abgelegenes Waldstück und möchte dort einmal vollkommen abschalten. Als jedoch klar wird, dass der Spielort verflucht sein soll, fällt ein erster dunkler Schatten auf das Unternehmen. Anfangs glaubt niemand an diesen alten Fluch, doch mit der Zeit passieren immer mehr seltsame Dinge in dem Lager und es verschwinden sogar Mitspieler. Irgendetwas scheint in dem Wald nicht mit rechten Dingen zu gehen? Ist es tatsächlich der Fluch, der hinter allem steckt?

Meine Meinung:
Nachdem ich von Ursula Poznanski Erebos gelesen habe und sehr begeistert von der Geschichte, ihren Figuren und ihrer ganzen Konzeption war, war ich sehr gespannt auf ihr zweites Werk. Saeculum. Allein der Titel klingt schon sehr interessant, zusammen mit der Inhaltsangabe war es dann schließlich ein Muss, dass ich mir das Buch irgendwann kaufen musste. Auch die Aufmachung ist etwas ganz besonderes.
Das schwarz-weiße Cover wirkt schon sehr gespenstisch und interessant, genauso wie die schwarz verfärbten Seitenränder und wenn man einmal durch das Buch blättert, findet man schnell auch ein paar Seiten, die vollkommen in Schwarz getaucht sind.

Doch so viel ich zu Beginn schwärmen muss: Die Geschichte hat mich am Ende doch nicht so sehr überzeugt, vielleicht gerade weil ich sehr hohe Erwartungen an das Buch hatte.
Das größte Problem dabei war, dass ich einige der Wendungen bereits früh erraten konnte und so die Spannung ziemlich schnell verschwunden war. Außerdem haben mir manche Dinge auch einfach nicht gefallen, weil es dann doch zu abgedroschen klang, in meinen Augen. Insbesondere eben am Ende die Aufklärung der verschiedenen Vorkommnisse. Ohne zu viel zu verraten, möchte ich sagen, dass ich es mir so einfach nicht gut vorstellen konnte. Es war mir nicht realitätsnah genug. Mehr möchte ich zu der Geschichte an sich nicht sagen, weil ich sonst zu viel verraten würde, was bei einem solchen Thriller nicht gerade toll ist, wenn man ihn noch lesen möchte.

Hinzu kamen irgendwie die Charaktere. Sie waren zwar teilweise gut gezeichnet, aber andere waren mir dann doch zu blass. Sie waren einfach nur, gingen mir teilweise sogar mit ihrem Getue ziemlich auf den Keks und ich habe mich wirklich gefragt, wieso sie eigentlich da waren. Zum Beispiel erging es mir bei Ralf so. Er war einfach da, kurzzeitig wurde einmal auf seine private Geschichte eingegangen, aber das war’s dann auch schon. Danach wurde er fallen gelassen und die Autorin ist nicht weiter auf ihn eingegangen. Ganz anders kam es mir zum Beispiel bei Warze und Steinchen vor. Die beiden schienen, trotz Nebencharakterrolle, sehr gut dargestellt, haben mir gefallen und wirkten irgendwie vollkommen überzeugend.
Die Hauptcharaktere dagegen gefielen mir eigentlich alle sehr gut. Man konnte sie irgendwie greifen, ich hatte zwar das Gefühl, dass man sie leicht durchschauen konnte, aber trotzdem waren sie interessant und ich habe durch sie auch gerne in dem Buch weiter gelesen.

Der Schreibstil. Ein weiterer Punkt, der immer wichtig bei Büchern ist. Mir hat er gefallen. Er ist nicht großartig ausgeschmückt oder komplex, aber er ist auch nicht langweilig oder einfallslos. Ich denke, dass die Autorin ein perfektes Mittelmaß gefunden hat. Man wird nicht vom Geschehen abgelenkt und kann schnell weiterlesen, da durch das Geschehen schon Spannung erzeugt wird und da wäre, denke ich, ein komplexer Stil hinderlich, besonders im Bereich der Jugendbücher.

Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch doch ganz gut gefallen. Hier und da gibt es einige Dinge, die mich nicht vollkommen überzeugen konnten und wenn ich es wirklich im Vergleich zu Erebos sehe, steht Saeculum weit dahinter.
Insgesamt bekommt das Buch von mir 3 von 5 Sternen.

Kommentare:

  1. Oh, wie schade, dass dir Saeculum nicht so gut gefallen hat. Ich muss gestehen, dass ich die Wendungen nicht vorhersehen konnte (dafür lese ich wohl zu selten Krimis), mich hat das Buch echt unterhalten. Aber es scheint ja zu polarisieren.
    Bei dem Ende stimme ich dir zu, aber das hat mich irgendwie nicht sooo sehr gestört.

    Und wow, du legst ja jetzt gerade richtig los auf deinem Blog. :-)

    Viele Grüße
    Miyann

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    1. Ach, ist doch auch vollkommen in Ordnung. Ich weiß nicht mal, wieso ich's so vorhersehbar fand. Nun ja.

      Das ist wohl nur so ne Phase und demnächst hab ich dann wieder nichts, was ich posten kann und dann war's das erstmal wieder xD
      Liebe Grüße

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  2. Hey, mir hat das Buch besser gefallen als Erebos. Jetzt hab ich hier "Die Verratenen" und bin schon gespannt, ob ich es danach dann mit der Autorin lasse, oder ob sie mich doch noch überzeugen kann.

    LG von der Lesegiraffe
    http://lesegiraffe.blogspot.de/

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    1. Hej,
      Ich denke "Die Verratenen" ist überhaupt nichts für mich. Ich würde von ihr nur noch gerne einmal den Erwachsenenthriller "Fünf" lesen. Der klang super interessant, aber den gab's auf der Messe leider gerade nicht, weil der in nem anderen Verlag erschienen ist. :)
      Liebe Grüße

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