Montag, 1. Oktober 2012

[Buchvorstellung] Philip Pullman - Der goldene Kompass


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Originaltitel: His Dark Materials 1: Nothern Lights
Verlag: Carlsen Verlag
Seitenzahl:
460 Seiten
ISBN:
978-3-551-35720-5

Inhalt:
Lyra ist ein lebhaftes Mädchen, das mit ihrem Dæmon Pantalaiomon in dem Jordan College in Oxford lebt. Ihr Onkel Lord Asriel besucht sie dort regelmäßig zwischen seinen Expeditionen, auf denen er auf der Suche nach Staub ist.
Als er eines abends auftaucht, zeigt er den Wissenschaftlern Jordans einige Aufnahmen, auf denen im Nordlicht eine andere Stadt schimmert. Asriel hofft auf finanzielle Unterstützung des College.
Als kurz nach seiner Abreise die ersten Kinder aus Oxford und Umgebung verschwinden, fragt sich Lyra, was es überhaupt mit Staub auf sich hat. Sie möchte unbedingt auch in den Norden, um mit ihrem Onkel dort zu forschen. Was sie allerdings nicht weiß, ist, was wirklich im hohen Norden passiert und dass sie bereits schneller als gedacht auf dem Weg dorthin ist.

Meine Meinung:
Ich bin mit einem sehr seltsamen Gefühl an das Buch herangegangen. So viele haben mir vorher gesagt, dass sie es nicht sonderlich gut fanden und irgendwie war ich ziemlich skeptisch, ob es mir überhaupt gefallen könnte, weil ich überhaupt kein Fantasy mehr lese.
Aber ich muss dieses vorherige Gefühl vollkommen streichen. Es war eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe.

Die Welt in der Lyra lebt, ähnelt der unseren ziemlich, Nur, dass die Menschen immer und überall von ihrem Dæmonen begleitet werden. Ein kleines Detail, das mir bereits in der Verfilmung sehr positiv aufgefallen ist und hier im Buch noch viel mehr hervorstach, weil einfach viel mehr darauf eingegangen werden konnte.
Lyra und Pan sind so unberührt in diesem Buch, kindlich und gleichzeitig doch stark und irgendwie schon erwachsen, da sie so viele Dinge erleben, dass sie dabei eigentlich gar keine Kinder bleiben können. Ich habe die ganze Zeit mit ihnen mitgefiebert, hatte das Gefühl, dass nicht eine Stelle langweilig gewesen ist.
Aber auch die anderen Charaktere haben mir sehr gefallen, insbesondere Iorek Byrnison, der Panserbjørn, und Lord Asriel haben mir sehr gefallen.
Obwohl Iorek ein Bär ist, kam er mir doch irgendwie wie ein Mensch vor. Ich fand es überhaupt nicht schlimm, dass dieser Bär sprechen konnte, was vielleicht einigen sauer aufstoßen könnte, aber das ist auch Geschmackssache und vollkommen verständlich. Aber er war einfach ... ich weiß auch nicht. Er war toll von Pullman gezeichnet und man hat einen tollen Einblick auch in seine Welt und seine Geschichte erhalten, damit er greifbar wirkte.
Lord Asriel ist da irgendwie etwas anders. Ihn kann man, wie ich finde, kaum durchschauen. Man hat immer ein Gefühl, was er jetzt gerade machen könnte, aber nie weiß man, ob es am Ende wirklich so sein wird. Man kennt zwar sein Ziel, aber man weiß einfach nicht, wie er es durchsetzen möchte, wodurch er einen ganz besonderen Reiz bekommt.

Der Schreibstil von Philip Pullman ist ebenfalls etwas besonderes. Leider kann ich immer noch nicht genau sagen, was mir daran so gut gefällt, aber es ist einfach irgendwie was anderes, wie ich finde. Er schreibt angenehm und anschaulich, aber gleichzeitig auch etwas anspruchsvoller. Es ist genau die Mischung im Stil, damit sowohl Kinder es verstehen und gleichzeitig Erwachsene sich noch an dem Buch erfreuen können. Und noch dazu versucht Philip Pullman immer wieder phantastische Dinge auf eine wissenschaftliche Weise zu erklären. Dadurch wirkt das Buch irgendwie nicht ganz so aus dem Leben gegriffen, man merkt dadurch auch einfach immer wieder, wie nah diese Welt an der unseren liegt, was mir sehr zugesagt hat. Mein Vorstellungsvermögen mag darin vielleicht etwas eingeschränkt sein, aber ich eine vollkommen neu erschaffene Welt kann ich mich immer nur schwer hineinfinden.

Eine andere Sache, die mir sehr gefallen hat, ist der Bezug zu der alten nordischen Kultur, den Phullman benutzt, um die Gypter zu beschreiben. Sie sind Seeleute und treffen sich einmal im Jahr mit allen Stämmen in ihrer Hauptstadt, wo sie ein Thing abhalten. Dieses Idee ist Pullman - in meinen Augen - wohl durch die früheren Wikinger gekommen, die ebenfalls Seeleute waren. Auch sie haben sich einmal im Jahr mit allen Stämmen zu einem Allthing getroffen, damit dort die unterschiedlichsten Dinge besprochen werden konnten. Jeder, der etwas zu sagen hatte, ist auch zu Wort gekommen, genau wie das in diesem Buch auch bei den Gyptern der Fall war.

Fazit:
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ist kann es wirklich nur weiter empfehlen. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass es eben wirklich Fantasy ist und es nicht jedem zusagen wird.
Von mir bekommt das Buch aber 5 von 5 Sternen.

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