Sonntag, 24. Juni 2012

[Filmvorstellung] Verdammnis


Bildquelle

Originaltitel: Flickan som lekte med elden
Produktionsjahr: 2009
Länge: 124 Minuten (Kinofassung)
Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Besetzung und Stab:
Daniel Alfredson (Regie)
Jonas Frykberg (Drehbuch)
Søren Stærmose & Jon Mankell (Produktion)
Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Andersson, Annika Hallin, Per Oscarsson, Sofia Ledarp

Inhalt:
Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ist zurück von einem längeren Auslandsaufenthalt, nimmt aber keinen Kontakt zu Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) auf, der mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen ist und wieder bei der Zeitschrift Millennium mitarbeitet.
Zu ihnen kommt Dag Svensson (Hans-Christian Thulin), der den russisch-schwedischen Mädchenhandel versucht aufzudecken, aber wenig später werden er und seine Freundin brutal in ihrer Wohnung ermordet. Mikael findet die beiden und erfährt sofort, dass Lisbeth verdächtigt wird. Aber Mikael glaubt nicht an ihre Schuld und versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen, was gar nicht so einfach ist, denn Lisbeth scheint spurlos verschwunden.


Meine Meinung:
In diesem zweiten Teil der Millennium-Trilogie ermitteln Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander nicht mehr zusammen. Lisbeth arbeitet viel mehr allein, um ihren Vater zu finden, der alles daran setzt, sie umzubringen oder von der Polizei festnehmen zu lassen.
Mikael spielt hier eine eher kleine Rolle, ist aber trotzdem immer noch als Charakter präsent und gut gezeichnet. Man erfährt weitere Dinge über ihn und sieht ihn einmal aktiv in seiner Zeitung mitarbeiten, die im ersten Teil sehr außer Acht gelassen wurde. Hinzu kommt, dass er eine gewisse Tutoren-Rolle für den unerfahrenen, jungen Journalisten Dag übernimmt. Man merkt trotz der kleinen Szenen, dass ich zwischen den beiden ein gutes Verhältnis entwickelt, wodurch man die später starke Reaktion von Mikael auf den Mord an Dag sehr gut nachvollziehen kann.
Lisbeth bleibt hingegen weiterhin ein unberechenbarer Charakter. Man kennt nie ihren nächsten Schritt, weiß nicht, was sie jetzt gerade wieder im Sinn hat. Aber genau diese Art macht sie so interessant und die Handlung spannend. Das Augenmerk liegt diesmal auf ihr und ihrer Vergangenheit, sowie ihr Verhältnis zu ihrem Vater. Immer wieder wird eine bestimmte Szenerie aus der Vergangenheit eingeblendet, die bereits im ersten Teil eine Rolle spielte, nun aber noch besser ins Bild passt und weniger Fragen aufwirft, weil sie im Laufen der Handlung einiges erklärt.

Wie auch der erste Teil, ist dieser hier sehr düster gehalten. Schweden zeigt sich erneut von der dunklen Seite, die man aus so vielen Krimis und Thrillern kennt, ob Büchern oder Filmen. Aber genau das unterstreicht auch hier wieder die Spannung und die Handlung, bei der der Zuschauer bis zur letzten Minute nicht weiß, wie es wohl ausgehen wird und was als nächstes passiert. Allerdings wird auch diesmal wieder mit grausigen Taten und viel psychischen Vorfällen gearbeitet, sodass eher wenig actionreiche Szenen entstehen. Die Handlung wirkt teilweise sogar fast ruhig und ist sicherlich nicht für jeden etwas.

Dazu muss ich allerdings noch sagen, dass mir hier und da wieder ein paar Dinge gefehlt haben. Besonders das Ende hat mir wenig gut gefallen, weil es doch sehr abrupt kam und es vorher doch sehr lange, sehr ruhig gewesen ist. Ich hätte mir da gerne noch ein paar erklärende Minuten gewünscht, die vor allem das weitere Geschehen um die Figuren beleuchtet. Allerdings habe ich noch die Hoffnung, dass das im dritten Teil näher erwähnt und beleuchtet wird.
Des Weiteren hätte ich mir ein größeres Augenmerk auf die korrupten Sicherheitsbediensten gewünscht, die zu Beginn noch stark beleuchtet wurden, sich aber im weiteren Verlauf irgendwie verloren haben. Genauso war mir die journalistische Arbeit von Mikael und Dag ein bisschen zu einfach gestaltet und eher unrealistisch, denke ich. Aber das ist nur kleine Punkte, die den Filmspaß kaum gemindert haben.

Fazit:
Insgesamt hat mir auch der zweite Teil der Trilogie sehr gut gefallen. Die Figuren haben wieder gelungen miteinander agiert und die Spannung konnte trotz der wenig actionreichen Handlungsverläufe aufrecht erhalten bleiben.
Trotzdem gibt es nur 4 von 5 Sternen, weil mir das Ende wenig zugesagt hat und auf die zwei weiteren Kleinigkeiten kaum Acht gegeben wurde.

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