Samstag, 30. Juni 2012

[Filmvorstellung] Verblendung


Bildquelle

Originaltitel: The Girl with the Dragon Tattoo
Produktionsjahr: 2011
Laufzeit: 158 Minuten
Altersfreigabe:
ab 16 Jahren

Stab und Besetzung:
David Fincher (Regie)
Steven Zaillian (Drehbuch)
Scott Rudin, Ceán Chaffin, Ole Søndberg, Søren Stærmose (Produktion)
Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Robin Wright, Yorick van Wageningen

Inhalt:
Henrik Vanger (Chrispher Plummer) bekommt jedes Jahr zum Geburtstag eine getrocknete Blume, wie er glaubt, vom Mörder seiner Nichte Harriet zugeschickt. Seit 40 Jahren ist weder sie noch ihre Leiche aufgetaucht und er bittet Mikael Blomkvist (Daniel Craig) bei der Suche zu helfen. Dieser nimmt den Auftrag an und entgeht so der neugierigen Presse, die ihn zu seiner Verurteilung ausfragen möchte.
Nach einiger Zeit stößt auch Lisbeth Salander (Rooney Mara) dazu und hilft Blomkvist bei der Aufklärng des Falles. Dabei tauchen sie tief in die Geschichte des Vanger-Clans ein.


Meine Meinung:
Ob diese Verfilmung besser zum Buch passt, kann ich auch nicht beurteilen, aber ich kann die Hollywood-Produktion mit der skandinavischen ein bisschen vergleichen.
Daniel Craig ist in dieser Verfilmung keine weniger gute Besetzung für Mikael Blomkvist, allerdings hat mir Rooney Mara als Lisbeth weniger gefallen. Da war Noomi Rapace ein wenig besser und hat der Rolle noch mehr Ausdruck verliehen.Sie wirkte irgendwie abwesend auf mich und hat sich nicht im Bezug auf ihre Familie oder den Fall um Harriet so verhalten, wie ich es erwartet habe. Außerdem hat es überhaupt nicht in mein Bild gepasst, dass sie Mikael fragt, ob sie jemanden umbringen darf. Solche Entscheidungen würde sie eigentlich allein treffen, jedenfalls macht sie vorher überhaupt nicht den Eindruck, als würde sie irgendjemanden nach irgendetwas fragen.

Die Handlung ist nahezu gleich, hier und da wurden einige Dinge mehr, andere Aspekte weniger beachtet, aber im großen und ganzen ist alles ziemlich gleich. Es bleibt von Anfang bis Ende spannend und auch diesmal erhält der Film erst zum Ende hin seinen absoluten Höhepunkt, als Mikael und Lisbeth endlich wissen, was hinter dem Verschwinden von Harriet steckt und was wirklich geschehen ist.
Auch Szenen wie die Vergewaltigung von Lisbeth durch ihren Vormund, der von Yorick van Wageningen gespielt wird, durften nicht fehlen und sorgten für Spannung und Entsetzen. Auch dieser Film macht sich das Zeigen solcher Gewalttaten zu Nutzen und schockt den Zuschauer, auch wenn er genau weiß, was gerade passiert. Ich war trotzdem, nachdem der Film zu Ende war, kurze Zeit sprachlos und musste über die gesehenen Sachen nachdenken. 

Was ich an dieser Verfilmung etwas schade fand, war das große Augenmerk auf die Beziehungen von Mikael. Er ist zu Beginn mit seiner Kollegin Erika aus der Zeitschrift Millenium zusammen, später hat er allerdings etwas mit Lisbeth. Darauf wurde viel geachtet, was teilweise doch irgendwie unwichtig erschien und den Film unnötig in die Länge gezogen hat. Was mir allerdings besser gefallen hat, war das Eingehen auf die Beziehung zwischen Lisbeth und ihrem vorherigen Vormund, den sie an Weihnachten in seiner Wohnung findet. Er hatte einen Schlaganfall und wird immer wieder später im Heim von ihr besucht. Diese Sache wird in der ersten Verfilmung leider kaum beachtet und nur in einem Nebensatz abgehandelt.
Hinzu wurde die Strafe, die Mikael zu Beginn von dem Gericht bekommt, geändert. In der skandinavischen Verfilmung von 2009 muss Mikael ins Gefängnis, in dieser hier erhält er einfach nur eine ziemlich hohe Geldstrafe und kann ganz normal weiter leben. Dies ist für mich irgendwie ein ziemlich großer Kritikpunkt, da dies doch schon sehr weit vom abweicht, was ich von Erzählungen über das Buch weiß.
Was mich aber ziemlich gestört hat, war die Inkonsequenz der Sprache. Hin und wieder tauchten Zeitungsartikel auf Schwedisch auf, E-Mail und Notizen wurden aber konsequent auf Englisch verfasst. Zur Verdeutlichung der schwedischen Stimmung wurden noch ein paar schwedische Ausdrücke wie Skål gebraucht, aber das war’s dann auch. Ich denke, mal sollte besonders bei der Schrift aber auf Einheitlichkeit achten.

Fazit:
Insgesamt hat mir der Film ganz gut gefallen. Es ist ein gelungenes Remake des bereits bestehenden Films und sorgt mit ein paar anderen Aspekten für Abwechslung.
Allerdings muss ich sagen, dass mir die skandinavische Verfilmung um einiges besser gefallen hat, insbesondere auch die Figur von Lisbeth Salander.
Deshalb erhält der Film 3,5 von 5 Sternen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen