Dienstag, 19. Juni 2012

[Filmvorstellung] Verblendung


Bildquelle

Originaltitel: Män som hatar kvinnor
Produktionsjahr: 2009
Länge: 146 Minuten (Kinofassung)
Altersfreigabe:
ab 16 Jahren

Stab und Besetzung:
Niels Arden Oplev (Regie)
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg (Drehbuch)
Søren Stærmose (Produktion)
Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Haber, Sven-Bertil Taube, Peter Andersson, Marika Lagercrantz

Inhalt:
Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) wurde gerade vom Gericht wegen Verleumdung zu drei Monaten Haft vorurteilt. Bis er die Strafe antreten muss, verlässt er seine Zeitschrift Millennium und nimmt einen Job von Großunternehmer Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) an. Der sucht seine vor 40 Jahren verschwundene Nichte Harriet.
Zusammen mit der jungen Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) taucht Mikael in die dunkelste Vergangenheit der Vanger-Familie ein. 


Meine Meinung:
Leider kann ich noch keine Vergleiche zu dem Buch von Stieg Larsson und auch nicht zu der Hollywood-Verfilmung ziehen, aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass es sich lohnt den Film zu gucken.
Mit Mikael Blomkvist und Lisbeth sind ein etwas skurriles Pärchen auf der Leinwand und gleichzeitig sehr interessant. Besonders Lisbeth fällt sofort mit ihrem Aussehen auf und auch ihre reservierte Art macht sie zu einem interessanten Charakter. Man weiß gleich, dass etwas nicht mit ihr stimmen kann und möchte mehr über sie erfahren, erhält die Informationen aber nur tröpfchenweise und am Ende des Films ist man nur wenig schlauer, was ihre Vergangenheit angeht. Noomi Rapace spielt Lisbeth wirklich sehr überzeugend, insbesondere auch die Szenen, die sehr an die Grenzen des Aushaltbaren stoßen.
Der Film ist gespickt von Szenen, bei denen man nicht gern hinschaut, den Blick aber auch nur schwer abwenden kann. Brutal und ohne irgendwelche Verschönigungen oder Zensuren zeigt der Regisseur die Abgründe der Menschen, in dessen Umgebung Lisbeth und Mikael sich befinden. Nicht unbedingt ein Film für schwache Gemüter.
Michael Nyqvist spielt neben Lisbeth eine vielleicht bereits bekanntere Rolle. Der geschiedene Mann im mittleren Alter, aber keine polizeiliche Ausbildung hat, sondern mehr durch Zufall und seine Neugier in diesen Fall hineinrutscht. Aber auch er schafft es, sich von anderen Charakteren abzugrenzen und Mikael Blomkvist seine ganz eigene Note zu geben.
Auch wenn der Bösewicht vielleicht nicht ganz so viel Charisma hat wie zum Beispiel Hannibal Lecter aus Das Schweigen der Lämmer oder Jack Torrance aus Stephen Kings Shining, wirkt er doch überzeugend und lässt im Zuschauer ein ungutes Gefühl zurück.
Die Bilder, die allgemein im Film übermittelt werden, unterstreichen die Stimmung nur noch. Kalt, regnerisch und düster ist es in den meisten Szenerien, wenn es einen Blick nach draußen gibt. Die wohl beliebteste und bekannteste Art das Land der vielen Morde darzustellen. Obwohl das Mittel bereits aus anderen Filmen bekannt sein dürfte, wirkt es hier aber nicht störend, sondern sorgt für den letzten Schliff an der Stimmung.
Leider wirkte auch mich besonders zu Beginn des Films alles etwas langatmig. Allerdings aht sich das ziemlich schnell gelegt und die Spannung hat sich immer weiter aufgebaut, sodass man schnell nicht mehr von der Handlung und den Charakteren loskam.

Fazit:
Verblendung ist, wenn auch mit einigen kleinen Längungen, in allen Punkten ein sehr gelungener Thriller und auch wenn der Böse nicht mit bereits bekannten mithalten kann, so können es Lisbeth und Mikael dafür umso mehr. Das Ermittlungspaar, das scheinbar nur die Neugier zusammen hält und die thematisierte Folter auf psychischer und physischer Ebene sorgen für spannende Unterhaltung.
Von mir erhält der Film trotzdem nur 4,5 von 5 Sternen.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Heute beginnt die Abstimmung zu "Zeig mir deinen SuB!" Ich schreibe gerade den Post und er kommt gleich danach online.
    Abgestimmt wird bis nächsten Freitag um 23:59Uhr.
    Liebe Grüße
    Dani

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  2. Hey Jojo :)

    Ich kann auch keine Vergleiche zum Buch bzw. zur ganzen Reihe ziehen (und ob ich die Hollywood-Verfilmung überhaupt sehen will, weiß ich nicht...), muss dir aber zustimmen: Der Film ist wirklich gut und vor allem fesselnd - trotz, oder gerade wegen seiner Grausamkeit!
    Ich fand aber auch die beiden anderen Filme ziemlich gut. :)
    Eine schöne Vorstellung.

    Liebe Grüße,
    Tin

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    1. Hey Tin,

      Ja, du hast Recht. Wahrscheinlich weil sie so grausam sind, fesseln sie einen so sehr. Ich werde mir wahrscheinlich dieses Wochenende die Hollywood-Verfilmung zum Vergleich ansehen und bin irgendwie schon gespannt.

      Viele Grüße
      Jojo

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    2. Aah, dann bin ich auf jeden Fall schon sehr gespannt auf deine Meinung dazu! :)

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  3. Hallo :)
    Ich habe deinen Blog in einem Gewinnspiel gefunden und folge dir jetzt, weil mir dein Blog mir ziemlich gut gefällt.

    Find die Filmvorstellung auch gelungen. Werde mir den Film sicher mal ansehen.

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    1. Vielen Dank :)
      Schön, dass er dir gefällt, das freut mich sehr.
      Hoffe, dass dir der Film auch gefällt, wenn du ihn mal anschaust ;)

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