Mittwoch, 13. Juni 2012

[Buchvorstellung] Dan Brown - Sakrileg


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Originaltitel: The Da Vinci Code
Verlag: Gustav Lübbe Verlag
Seitenzahl: 605 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2152-8

Inhalt:
Robert Langdon ist Professor an der Harvard Universität und ist für einen Gastvortrag zum heidnischen Symbolgut in Paris. Plötzlich wird er von der Polizei mitten in der Nacht in den Louvre beordert. Was er nicht weiß ist, dass er als der Hauptverdächtige im Mordfall an Jacques Saunière angesehen wird. Sophie Neveu, die Enkelin des Verstorbenen hilft Langdon und schon bald befinden sich die beiden auf der Flucht vor der Polizei und vor Opus Dei.

»Ist Ihnen eigentlich klar, Robert, dass unsere Bilder zurzeit über sämtliche Bildschirme Frankreichs flimmern? Bezu Fache hat immer schon verstanden, die Medien für seine Zwecke einzusetzen. Er wird irgendwie verhindern, dass wir uns frei bewegen können, ohne sofort erkannt zu werden.«

Hintergrund:
Brown verknüpft in seinem Roman historische Fakten mit Fiktion. Allerdings sind einige Thesen, die er aufstellt, bereits widerlegt. Das Werk Der Heilige Gral und seine Erben von Michael Baigent, Henry Lincoln und Richard Leigh bezieht sich auf gefälschte Dokumente und wird von Brown aber als Quelle für sein Buch benutzt.
Außerdem ist zu dem Buch zu sagen, dass es von römisch-katholischer Seite und anderen christlichen Konfessionen stark kritisiert wird und von manchen gesagt wird, das Werk solle von Gläubigen nicht gelesen werden. Genauso lehnen auch Wissenschaftler das Buch ab, da es einige wichtige Aspekte außer Acht gelassen werden. So entstand die Gralslegende zum Beispiel erst im Mittelalter und der angeführte Beleg von Brown auf die Ehe zwischen Jesus und Maria Magdalene, der wohl im Philippusevangelium gegeben wird, ist kaum authentisch, da das Evangelium erst 200 Jahre nach dem Tod Jesu verfasst wurde. 

Die Jagd nach dem Gral ist nie etwas anderes gewesen als die Suche nach Maria Magdalena - nach der um ihr Recht betrogenen Königin.

Meine Meinung:
Leider muss ich gestehen, dass ich das Buch viel zu spät gelesen habe und schon gleich beim Erscheinen des Films ihn im Kino gesehen habe. Eigentlich lese ich lieber die Bücher von Buchverfilmungen, bevor ich die Filme lese. Aber nun ja, bei diesem ist es dann leider andersrum gewesen.
Zuerst muss ich sagen, dass mir das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen hat. Die Idee, die hinter allem steckt, dass der Gral kein Kelch ist sondern etwas ganz anderes, das der Kirche große Probleme bereiten könnte, gefällt mir sehr gut. Und auch die Figuren wirkten auf mich größtenteils sehr durchdacht und hatten Charakter, was besonders dadurch gegeben wurde, dass sie nicht perfekt waren.
Insbesondere Robert Langdon, der immer wieder mit seiner Platzangst zu kämpfen hat, hat mir gut gefallen. Er schien sympathisch und nett zu sein, weshalb es mir Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen. Allerdings gibt es bei ihm auch eine Sache, die mich gestört hat. Brown geht immer wieder auf seine Platzangst ein, im Fahrstuhl oder auch in dem Geldtransporter mit dem sie fliehen wollen. Aber hier wird dieses Makel nur kurz angerissen und den Rest der holprigen Fahrt unterhält er sich ganz normal mit Sophie. Irgendwie wirkt das auch mich unstimmig, denn in dem Wagen muss ich eng gewesen sein und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er seine Klaustrophobie so schnell vergessen kann, nur weil er über dem Kryptex rätselt, dass die beiden von Saunière erhalten haben.
Außerdem waren mir hier und da zu viele Wiederholungen drin. Der aufmerksame Leser sollte nicht nach drei Seiten vergessen haben, dass da Vinci auch zu den Prieuré de Sion gehörte. Leider wurden einige dieser Fakten immer wieder erzählt, was mich dann doch ein bisschen gestört hat.
Und obwohl die Idee mit dem göttlich Weiblichen und dem Gral sehr gelungen ist, werden mir persönlich an manchen Stellen zu viele Hinweise gefunden. Ich weiß nicht, was Walt Disney mit seinen Filmen ausdrücken wollte oder zu welcher Religion oder Überzeugung er gehörte, aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er in Arielle, Dornröschen oder Schneewittchen die Gralsgeschichte in irgendeiner Weise aufgreift. Das war mir dann doch etwas zu viel des Guten.

Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli, Sir Isaac Newton, Victor Hugo und in jüngerer Zeit der berühmte Pariser Künstler Jean Cocteau waren Großmeister des Geheimordens gewesen.
Warum also nicht Jacques Saunière?

Fazit:
Im Großen und Ganzen war das Buch eigentlich gelungen, dennoch haben mich leider diese Kleinigkeiten etwas beim Lesen gestört. Für mich haben sie die Geschichte durchbrochen, insbesondere die Inkonsequenz von Roberts Platzangst und die Wiederholungen.
Etwas schweren Herzens kann ich dem Buch deswegen nur 2,5 von 5 Sternen geben. Die Tendenz geht aber eher zu drei Sternen.

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