Samstag, 30. Juni 2012

[Filmvorstellung] Verblendung


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Originaltitel: The Girl with the Dragon Tattoo
Produktionsjahr: 2011
Laufzeit: 158 Minuten
Altersfreigabe:
ab 16 Jahren

Stab und Besetzung:
David Fincher (Regie)
Steven Zaillian (Drehbuch)
Scott Rudin, Ceán Chaffin, Ole Søndberg, Søren Stærmose (Produktion)
Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer, Stellan Skarsgård, Robin Wright, Yorick van Wageningen

Inhalt:
Henrik Vanger (Chrispher Plummer) bekommt jedes Jahr zum Geburtstag eine getrocknete Blume, wie er glaubt, vom Mörder seiner Nichte Harriet zugeschickt. Seit 40 Jahren ist weder sie noch ihre Leiche aufgetaucht und er bittet Mikael Blomkvist (Daniel Craig) bei der Suche zu helfen. Dieser nimmt den Auftrag an und entgeht so der neugierigen Presse, die ihn zu seiner Verurteilung ausfragen möchte.
Nach einiger Zeit stößt auch Lisbeth Salander (Rooney Mara) dazu und hilft Blomkvist bei der Aufklärng des Falles. Dabei tauchen sie tief in die Geschichte des Vanger-Clans ein.


Meine Meinung:
Ob diese Verfilmung besser zum Buch passt, kann ich auch nicht beurteilen, aber ich kann die Hollywood-Produktion mit der skandinavischen ein bisschen vergleichen.
Daniel Craig ist in dieser Verfilmung keine weniger gute Besetzung für Mikael Blomkvist, allerdings hat mir Rooney Mara als Lisbeth weniger gefallen. Da war Noomi Rapace ein wenig besser und hat der Rolle noch mehr Ausdruck verliehen.Sie wirkte irgendwie abwesend auf mich und hat sich nicht im Bezug auf ihre Familie oder den Fall um Harriet so verhalten, wie ich es erwartet habe. Außerdem hat es überhaupt nicht in mein Bild gepasst, dass sie Mikael fragt, ob sie jemanden umbringen darf. Solche Entscheidungen würde sie eigentlich allein treffen, jedenfalls macht sie vorher überhaupt nicht den Eindruck, als würde sie irgendjemanden nach irgendetwas fragen.

Die Handlung ist nahezu gleich, hier und da wurden einige Dinge mehr, andere Aspekte weniger beachtet, aber im großen und ganzen ist alles ziemlich gleich. Es bleibt von Anfang bis Ende spannend und auch diesmal erhält der Film erst zum Ende hin seinen absoluten Höhepunkt, als Mikael und Lisbeth endlich wissen, was hinter dem Verschwinden von Harriet steckt und was wirklich geschehen ist.
Auch Szenen wie die Vergewaltigung von Lisbeth durch ihren Vormund, der von Yorick van Wageningen gespielt wird, durften nicht fehlen und sorgten für Spannung und Entsetzen. Auch dieser Film macht sich das Zeigen solcher Gewalttaten zu Nutzen und schockt den Zuschauer, auch wenn er genau weiß, was gerade passiert. Ich war trotzdem, nachdem der Film zu Ende war, kurze Zeit sprachlos und musste über die gesehenen Sachen nachdenken. 

Was ich an dieser Verfilmung etwas schade fand, war das große Augenmerk auf die Beziehungen von Mikael. Er ist zu Beginn mit seiner Kollegin Erika aus der Zeitschrift Millenium zusammen, später hat er allerdings etwas mit Lisbeth. Darauf wurde viel geachtet, was teilweise doch irgendwie unwichtig erschien und den Film unnötig in die Länge gezogen hat. Was mir allerdings besser gefallen hat, war das Eingehen auf die Beziehung zwischen Lisbeth und ihrem vorherigen Vormund, den sie an Weihnachten in seiner Wohnung findet. Er hatte einen Schlaganfall und wird immer wieder später im Heim von ihr besucht. Diese Sache wird in der ersten Verfilmung leider kaum beachtet und nur in einem Nebensatz abgehandelt.
Hinzu wurde die Strafe, die Mikael zu Beginn von dem Gericht bekommt, geändert. In der skandinavischen Verfilmung von 2009 muss Mikael ins Gefängnis, in dieser hier erhält er einfach nur eine ziemlich hohe Geldstrafe und kann ganz normal weiter leben. Dies ist für mich irgendwie ein ziemlich großer Kritikpunkt, da dies doch schon sehr weit vom abweicht, was ich von Erzählungen über das Buch weiß.
Was mich aber ziemlich gestört hat, war die Inkonsequenz der Sprache. Hin und wieder tauchten Zeitungsartikel auf Schwedisch auf, E-Mail und Notizen wurden aber konsequent auf Englisch verfasst. Zur Verdeutlichung der schwedischen Stimmung wurden noch ein paar schwedische Ausdrücke wie Skål gebraucht, aber das war’s dann auch. Ich denke, mal sollte besonders bei der Schrift aber auf Einheitlichkeit achten.

Fazit:
Insgesamt hat mir der Film ganz gut gefallen. Es ist ein gelungenes Remake des bereits bestehenden Films und sorgt mit ein paar anderen Aspekten für Abwechslung.
Allerdings muss ich sagen, dass mir die skandinavische Verfilmung um einiges besser gefallen hat, insbesondere auch die Figur von Lisbeth Salander.
Deshalb erhält der Film 3,5 von 5 Sternen.

Mittwoch, 27. Juni 2012

[Buchvorstellung] Astrid Lindgren - Bröderna Lejonhjärta


Deutscher Titel: Die Brüder Löwenherz
Verlag: Rabén & Sjögren
Seitenzahl: 206 Seiten
ISBN: 978-91-29-67864-2

Inhalt:
Skorpans bror Jonatan har berättat om lanedt Nangijala, dit man kommer när man dör. För Skorpan är sjuk och snart ska han dö. ”I Nangijala får man vara med om äventyr från morgon till kväll”, säger Jonatan. ”För det är i Nangijala som alla sagor händer.”

Der kleine Karl liegt Tag ein Tag aus krank im Bett und weiß, dass er bald sterben muss. Sein großer Bruder Jonathan, der ihn immer nur Krümel nennt, erzählt ihm Geschichten über Nangijala - ein Land, in das man nach dem Tod gelangt. Dort warten von morgens bis abends Abenteuer auf einen. Durch diese Geschichten nimmt Jonathan seinem Bruder die Angst vor dem Tod und schon bald treffen sie wieder in Nangijala aufeinander.

Nu ska jag berätta om min bror. Min bror, Jonatan Lejonhjärta, honom vill jag berätta om. Det är nästan som en saga tycker jag, och lite, lite som en spökhistoria också, och ändå är alltihop sant.

Meine Meinung:
Es ist gar nicht so einfach, zu einem solchen Buch eine begründetet Meinung zu schreiben. Ich habe es bereits als Kind geliebt und meine Eltern haben es mir immer und immer wieder vorgelesen. Die Geschichte um Jonathan und Karl ist spannend, traurig und gleichzeitig wunderschön.
Astrid Lindgren versteht es, wie sie dem Leser ihre Charaktere nahe bringt und man vollkommen in deren Welt versinkt. Ich konnte gegen Ende das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, obwohl ich bereits wusste, wie es ausgeht. Immer wieder gerät man in den wunderschönen Strudel an Ereignissen, die in dem land Nangijala geschehen. Vom Törnrösdalen bis hin zur Katlagrottan kann man sich alle Plätze genau vorstellen. Genauso ging es mir auch bei den Figuren. Tengil, Sofia, Jonathan, Orvar und sogar Grim und Fjalar, die Pferde der Brüder Löwenherz, sind zum Greifen nah. Katla, die böse Drachendame, sorgt für Spannung bis zum Schluss.

”Tengils stund kommer nog en gång”

Der Schreibstil kann wohl als einfach bezeichnet werden, aber es ist immerhin auch ein Kinderbuch. Aber genau durch diese Einfachheit hat man auch ein ganz besonderes Verhältnis zu dem ganzen Geschehen. So kam es mir jedenfalls vor. Man erfährt alles aus Skorpans Sicht und kann, obwohl er erst zehn Jahre ist, sich noch als Zwanzigjährige in ihn hineinfühlen. Jedenfalls erging es mir so.
Ich kann außerdem jedem nur empfehlen, das Buch auch mal im Original zu lesen. Vorausgesetzt natürlich, man hat die Möglichkeit. Aber wer Schwedisch kann, sollte es lesen.

Och där kom en blixt, förfärligare än alla andra.
Ett enda ögonblick flammade den till och kastade sitt ljus över allt som var.
Och då, i det ljuset, såg jag Katla. Jag såg Katla.


Fazit:
Für mich ist und bleibt Bröderna Lejonhjärta ein Klassiker und das nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene und ich finde, dass jeder, der gerne liest, auch einmal dieses Buch zur Hand nehmen sollte. Es ist auch nie zu spät, damit anzufangen.
Das Buch bekommt natürlich auch fünf von fünf Sternen und einen halben oben drauf.  

Sonntag, 24. Juni 2012

[Filmvorstellung] Verdammnis


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Originaltitel: Flickan som lekte med elden
Produktionsjahr: 2009
Länge: 124 Minuten (Kinofassung)
Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Besetzung und Stab:
Daniel Alfredson (Regie)
Jonas Frykberg (Drehbuch)
Søren Stærmose & Jon Mankell (Produktion)
Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Andersson, Annika Hallin, Per Oscarsson, Sofia Ledarp

Inhalt:
Lisbeth Salander (Noomi Rapace) ist zurück von einem längeren Auslandsaufenthalt, nimmt aber keinen Kontakt zu Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) auf, der mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen ist und wieder bei der Zeitschrift Millennium mitarbeitet.
Zu ihnen kommt Dag Svensson (Hans-Christian Thulin), der den russisch-schwedischen Mädchenhandel versucht aufzudecken, aber wenig später werden er und seine Freundin brutal in ihrer Wohnung ermordet. Mikael findet die beiden und erfährt sofort, dass Lisbeth verdächtigt wird. Aber Mikael glaubt nicht an ihre Schuld und versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen, was gar nicht so einfach ist, denn Lisbeth scheint spurlos verschwunden.


Meine Meinung:
In diesem zweiten Teil der Millennium-Trilogie ermitteln Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander nicht mehr zusammen. Lisbeth arbeitet viel mehr allein, um ihren Vater zu finden, der alles daran setzt, sie umzubringen oder von der Polizei festnehmen zu lassen.
Mikael spielt hier eine eher kleine Rolle, ist aber trotzdem immer noch als Charakter präsent und gut gezeichnet. Man erfährt weitere Dinge über ihn und sieht ihn einmal aktiv in seiner Zeitung mitarbeiten, die im ersten Teil sehr außer Acht gelassen wurde. Hinzu kommt, dass er eine gewisse Tutoren-Rolle für den unerfahrenen, jungen Journalisten Dag übernimmt. Man merkt trotz der kleinen Szenen, dass ich zwischen den beiden ein gutes Verhältnis entwickelt, wodurch man die später starke Reaktion von Mikael auf den Mord an Dag sehr gut nachvollziehen kann.
Lisbeth bleibt hingegen weiterhin ein unberechenbarer Charakter. Man kennt nie ihren nächsten Schritt, weiß nicht, was sie jetzt gerade wieder im Sinn hat. Aber genau diese Art macht sie so interessant und die Handlung spannend. Das Augenmerk liegt diesmal auf ihr und ihrer Vergangenheit, sowie ihr Verhältnis zu ihrem Vater. Immer wieder wird eine bestimmte Szenerie aus der Vergangenheit eingeblendet, die bereits im ersten Teil eine Rolle spielte, nun aber noch besser ins Bild passt und weniger Fragen aufwirft, weil sie im Laufen der Handlung einiges erklärt.

Wie auch der erste Teil, ist dieser hier sehr düster gehalten. Schweden zeigt sich erneut von der dunklen Seite, die man aus so vielen Krimis und Thrillern kennt, ob Büchern oder Filmen. Aber genau das unterstreicht auch hier wieder die Spannung und die Handlung, bei der der Zuschauer bis zur letzten Minute nicht weiß, wie es wohl ausgehen wird und was als nächstes passiert. Allerdings wird auch diesmal wieder mit grausigen Taten und viel psychischen Vorfällen gearbeitet, sodass eher wenig actionreiche Szenen entstehen. Die Handlung wirkt teilweise sogar fast ruhig und ist sicherlich nicht für jeden etwas.

Dazu muss ich allerdings noch sagen, dass mir hier und da wieder ein paar Dinge gefehlt haben. Besonders das Ende hat mir wenig gut gefallen, weil es doch sehr abrupt kam und es vorher doch sehr lange, sehr ruhig gewesen ist. Ich hätte mir da gerne noch ein paar erklärende Minuten gewünscht, die vor allem das weitere Geschehen um die Figuren beleuchtet. Allerdings habe ich noch die Hoffnung, dass das im dritten Teil näher erwähnt und beleuchtet wird.
Des Weiteren hätte ich mir ein größeres Augenmerk auf die korrupten Sicherheitsbediensten gewünscht, die zu Beginn noch stark beleuchtet wurden, sich aber im weiteren Verlauf irgendwie verloren haben. Genauso war mir die journalistische Arbeit von Mikael und Dag ein bisschen zu einfach gestaltet und eher unrealistisch, denke ich. Aber das ist nur kleine Punkte, die den Filmspaß kaum gemindert haben.

Fazit:
Insgesamt hat mir auch der zweite Teil der Trilogie sehr gut gefallen. Die Figuren haben wieder gelungen miteinander agiert und die Spannung konnte trotz der wenig actionreichen Handlungsverläufe aufrecht erhalten bleiben.
Trotzdem gibt es nur 4 von 5 Sternen, weil mir das Ende wenig zugesagt hat und auf die zwei weiteren Kleinigkeiten kaum Acht gegeben wurde.

Dienstag, 19. Juni 2012

[Filmvorstellung] Verblendung


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Originaltitel: Män som hatar kvinnor
Produktionsjahr: 2009
Länge: 146 Minuten (Kinofassung)
Altersfreigabe:
ab 16 Jahren

Stab und Besetzung:
Niels Arden Oplev (Regie)
Nikolaj Arcel, Rasmus Heisterberg (Drehbuch)
Søren Stærmose (Produktion)
Michael Nyqvist, Noomi Rapace, Lena Endre, Peter Haber, Sven-Bertil Taube, Peter Andersson, Marika Lagercrantz

Inhalt:
Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) wurde gerade vom Gericht wegen Verleumdung zu drei Monaten Haft vorurteilt. Bis er die Strafe antreten muss, verlässt er seine Zeitschrift Millennium und nimmt einen Job von Großunternehmer Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) an. Der sucht seine vor 40 Jahren verschwundene Nichte Harriet.
Zusammen mit der jungen Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace) taucht Mikael in die dunkelste Vergangenheit der Vanger-Familie ein. 


Meine Meinung:
Leider kann ich noch keine Vergleiche zu dem Buch von Stieg Larsson und auch nicht zu der Hollywood-Verfilmung ziehen, aber ich kann auf jeden Fall sagen, dass es sich lohnt den Film zu gucken.
Mit Mikael Blomkvist und Lisbeth sind ein etwas skurriles Pärchen auf der Leinwand und gleichzeitig sehr interessant. Besonders Lisbeth fällt sofort mit ihrem Aussehen auf und auch ihre reservierte Art macht sie zu einem interessanten Charakter. Man weiß gleich, dass etwas nicht mit ihr stimmen kann und möchte mehr über sie erfahren, erhält die Informationen aber nur tröpfchenweise und am Ende des Films ist man nur wenig schlauer, was ihre Vergangenheit angeht. Noomi Rapace spielt Lisbeth wirklich sehr überzeugend, insbesondere auch die Szenen, die sehr an die Grenzen des Aushaltbaren stoßen.
Der Film ist gespickt von Szenen, bei denen man nicht gern hinschaut, den Blick aber auch nur schwer abwenden kann. Brutal und ohne irgendwelche Verschönigungen oder Zensuren zeigt der Regisseur die Abgründe der Menschen, in dessen Umgebung Lisbeth und Mikael sich befinden. Nicht unbedingt ein Film für schwache Gemüter.
Michael Nyqvist spielt neben Lisbeth eine vielleicht bereits bekanntere Rolle. Der geschiedene Mann im mittleren Alter, aber keine polizeiliche Ausbildung hat, sondern mehr durch Zufall und seine Neugier in diesen Fall hineinrutscht. Aber auch er schafft es, sich von anderen Charakteren abzugrenzen und Mikael Blomkvist seine ganz eigene Note zu geben.
Auch wenn der Bösewicht vielleicht nicht ganz so viel Charisma hat wie zum Beispiel Hannibal Lecter aus Das Schweigen der Lämmer oder Jack Torrance aus Stephen Kings Shining, wirkt er doch überzeugend und lässt im Zuschauer ein ungutes Gefühl zurück.
Die Bilder, die allgemein im Film übermittelt werden, unterstreichen die Stimmung nur noch. Kalt, regnerisch und düster ist es in den meisten Szenerien, wenn es einen Blick nach draußen gibt. Die wohl beliebteste und bekannteste Art das Land der vielen Morde darzustellen. Obwohl das Mittel bereits aus anderen Filmen bekannt sein dürfte, wirkt es hier aber nicht störend, sondern sorgt für den letzten Schliff an der Stimmung.
Leider wirkte auch mich besonders zu Beginn des Films alles etwas langatmig. Allerdings aht sich das ziemlich schnell gelegt und die Spannung hat sich immer weiter aufgebaut, sodass man schnell nicht mehr von der Handlung und den Charakteren loskam.

Fazit:
Verblendung ist, wenn auch mit einigen kleinen Längungen, in allen Punkten ein sehr gelungener Thriller und auch wenn der Böse nicht mit bereits bekannten mithalten kann, so können es Lisbeth und Mikael dafür umso mehr. Das Ermittlungspaar, das scheinbar nur die Neugier zusammen hält und die thematisierte Folter auf psychischer und physischer Ebene sorgen für spannende Unterhaltung.
Von mir erhält der Film trotzdem nur 4,5 von 5 Sternen.

Mittwoch, 13. Juni 2012

[Buchvorstellung] Dan Brown - Sakrileg


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Originaltitel: The Da Vinci Code
Verlag: Gustav Lübbe Verlag
Seitenzahl: 605 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2152-8

Inhalt:
Robert Langdon ist Professor an der Harvard Universität und ist für einen Gastvortrag zum heidnischen Symbolgut in Paris. Plötzlich wird er von der Polizei mitten in der Nacht in den Louvre beordert. Was er nicht weiß ist, dass er als der Hauptverdächtige im Mordfall an Jacques Saunière angesehen wird. Sophie Neveu, die Enkelin des Verstorbenen hilft Langdon und schon bald befinden sich die beiden auf der Flucht vor der Polizei und vor Opus Dei.

»Ist Ihnen eigentlich klar, Robert, dass unsere Bilder zurzeit über sämtliche Bildschirme Frankreichs flimmern? Bezu Fache hat immer schon verstanden, die Medien für seine Zwecke einzusetzen. Er wird irgendwie verhindern, dass wir uns frei bewegen können, ohne sofort erkannt zu werden.«

Hintergrund:
Brown verknüpft in seinem Roman historische Fakten mit Fiktion. Allerdings sind einige Thesen, die er aufstellt, bereits widerlegt. Das Werk Der Heilige Gral und seine Erben von Michael Baigent, Henry Lincoln und Richard Leigh bezieht sich auf gefälschte Dokumente und wird von Brown aber als Quelle für sein Buch benutzt.
Außerdem ist zu dem Buch zu sagen, dass es von römisch-katholischer Seite und anderen christlichen Konfessionen stark kritisiert wird und von manchen gesagt wird, das Werk solle von Gläubigen nicht gelesen werden. Genauso lehnen auch Wissenschaftler das Buch ab, da es einige wichtige Aspekte außer Acht gelassen werden. So entstand die Gralslegende zum Beispiel erst im Mittelalter und der angeführte Beleg von Brown auf die Ehe zwischen Jesus und Maria Magdalene, der wohl im Philippusevangelium gegeben wird, ist kaum authentisch, da das Evangelium erst 200 Jahre nach dem Tod Jesu verfasst wurde. 

Die Jagd nach dem Gral ist nie etwas anderes gewesen als die Suche nach Maria Magdalena - nach der um ihr Recht betrogenen Königin.

Meine Meinung:
Leider muss ich gestehen, dass ich das Buch viel zu spät gelesen habe und schon gleich beim Erscheinen des Films ihn im Kino gesehen habe. Eigentlich lese ich lieber die Bücher von Buchverfilmungen, bevor ich die Filme lese. Aber nun ja, bei diesem ist es dann leider andersrum gewesen.
Zuerst muss ich sagen, dass mir das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen hat. Die Idee, die hinter allem steckt, dass der Gral kein Kelch ist sondern etwas ganz anderes, das der Kirche große Probleme bereiten könnte, gefällt mir sehr gut. Und auch die Figuren wirkten auf mich größtenteils sehr durchdacht und hatten Charakter, was besonders dadurch gegeben wurde, dass sie nicht perfekt waren.
Insbesondere Robert Langdon, der immer wieder mit seiner Platzangst zu kämpfen hat, hat mir gut gefallen. Er schien sympathisch und nett zu sein, weshalb es mir Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen. Allerdings gibt es bei ihm auch eine Sache, die mich gestört hat. Brown geht immer wieder auf seine Platzangst ein, im Fahrstuhl oder auch in dem Geldtransporter mit dem sie fliehen wollen. Aber hier wird dieses Makel nur kurz angerissen und den Rest der holprigen Fahrt unterhält er sich ganz normal mit Sophie. Irgendwie wirkt das auch mich unstimmig, denn in dem Wagen muss ich eng gewesen sein und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass er seine Klaustrophobie so schnell vergessen kann, nur weil er über dem Kryptex rätselt, dass die beiden von Saunière erhalten haben.
Außerdem waren mir hier und da zu viele Wiederholungen drin. Der aufmerksame Leser sollte nicht nach drei Seiten vergessen haben, dass da Vinci auch zu den Prieuré de Sion gehörte. Leider wurden einige dieser Fakten immer wieder erzählt, was mich dann doch ein bisschen gestört hat.
Und obwohl die Idee mit dem göttlich Weiblichen und dem Gral sehr gelungen ist, werden mir persönlich an manchen Stellen zu viele Hinweise gefunden. Ich weiß nicht, was Walt Disney mit seinen Filmen ausdrücken wollte oder zu welcher Religion oder Überzeugung er gehörte, aber ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er in Arielle, Dornröschen oder Schneewittchen die Gralsgeschichte in irgendeiner Weise aufgreift. Das war mir dann doch etwas zu viel des Guten.

Leonardo da Vinci, Sandro Botticelli, Sir Isaac Newton, Victor Hugo und in jüngerer Zeit der berühmte Pariser Künstler Jean Cocteau waren Großmeister des Geheimordens gewesen.
Warum also nicht Jacques Saunière?

Fazit:
Im Großen und Ganzen war das Buch eigentlich gelungen, dennoch haben mich leider diese Kleinigkeiten etwas beim Lesen gestört. Für mich haben sie die Geschichte durchbrochen, insbesondere die Inkonsequenz von Roberts Platzangst und die Wiederholungen.
Etwas schweren Herzens kann ich dem Buch deswegen nur 2,5 von 5 Sternen geben. Die Tendenz geht aber eher zu drei Sternen.

Sonntag, 10. Juni 2012

[Filmvorstellung] Moonrise Kingdom

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Originaltitel: Moonrise Kingdom
Produktionsjahr: 2012
Länge: 95 Minuten
Alterfreigabe: ab 12 Jahren

Stab und Besetzung:
Wes Anderson (Regie)
Wes Anderson & Roman Coppola (Drehbuch)
Wes Anderson, Scott Rudin, Steven Rales & Jeremy Dawson (Produktion)
Jared Gilman, Kara Hayward, Bruce Willis, Bill Murray, Frances McDormand, Edward Norton, Jason Schwartzman, Tilda Swinton

Inhalt:
Auf New Penance Island vor der Küste Neuenglands büxt der zwölfjährige Sam (Jared Gilman) aus dem Pfadfinderlager aus, um sich mit seiner Freundin Suzy (Kara Hayward) zu treffen. Die beiden versuchen zu Fuß zu einer Bucht zu kommen, allerdings bleibt ihr Ausreißen nicht lange unbemerkt. Schon bald machen sich die Pfadfinderjungs zusammen mit dem Scout Master (Edward Norton), dem Polizisten Captain Sharp (Bruce Willis) und den Eltern von Suzy (Bill Murray & Frances McDormand) auf die Suche nach den Ausreißern. Eine lustige, etwas verschrobene Suchaktion, in der ein Hund stirbt, ein Junge vom Blitz getroffen wird und zwei Kinder heiraten. 


Meine Meinung:
Mich hat gleich der Trailer überzeugt, allerdings sind die skurrilen Figuren und die Welt in der sie wandeln, nicht für jeden etwas. Auch im Film wird das immer wieder deutlich.
Obwohl die erwachsenen Rollen von großen Schauspielstars wie Bruce Willis, Edward Norton oder Bill Murray besetzt werden, stehlen sie den Kindern nicht die Show. Insbesondere Suzy und Sam sind die beiden Akteure in diesem Film, auf die immer wieder gezielt das Augenmerk gerichtet wird. Um ihr Ausbrechen aus der Familie, die sie beide scheinbar nicht haben und ihre junge Liebe dreht sich der Film und die beiden würden alles dafür tun, um zusammen bleiben zu können.
Etwas naiv erscheint es vielleicht, dass die beiden mit einem Koffer voller Bücher und Suzy in Sonntagsschuhen fliehen möchte, aber gleichzeitig ist diese Art von Flucht so real und echt, dass sie einem irgendwie das Herz erwärmt. Insgeheim weiß man wohl, dass die Flucht unmöglich ist, aber den ganzen Film lang, fiebert man mit den beiden Hauptdarstellern mit und hofft darauf, dass sich doch alles zum Guten wendet.
Alle Charakter, vom verantwortungsvollen Pfadfinderscout bis hin zum etwas vertrottelten Polizisten, haben so viel Leben in sich, dass man beim Schauen des Films das Gefühl hat, sie könnten gleich neben einem im Kinosessel sitzen und einen angrinsen und fragen, ob man nicht bei der Suche mithelfen möchte. Man wird vollkommen in der Welt von Wes Anderson gefangen genommen. Hinzu kommen auch die vielen kleinen Details. Eine fröhlich, bunte Welt wird von dem Regisseur aufgebaut und vom schrillen, bunten Bild bis hin zu dem kleinen Tierchen auf dem Taschenmesser der Pfadfinder wirkt alles geplant und doch selbstverständlich.
Die Musik unterstreicht die Stimmung nur zu gut und untermalt die Szenen wirklich sehr gut.

Fazit:
Ein wirklich sehr gelungener Film, den ich jedem nur wärmstens ans Herz legen möchte. Allerdings muss man dazu sagen, dass er ziemlich skurril erscheint und sicherlich nicht jedem gefallen wird. Witzige Szenen werden von ernsten abgelöst und ergeben so die perfekte Mischung.
Von mir erhält der Film fünf von fünf Sternen. 

Dienstag, 5. Juni 2012

[Filmvorstellung] Rounders


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Laufzeit: ca. 121 Minuten
Erscheinungsjahr: 1998
Originaltitel: Rounders
Altersfreigabe: ab 12 Jahren

Stab und Besetzung:
John Dahl (Regie)
Ted Demme, Joel Stillerman (Drehbuch)
David Levien, Brian Koppelman (Produktion)
Matt Damon, Edward Norton, John Malkovich, John Turturro, Gretchen Mol

Inhalt:
Mike McDermott (Matt Damon) studiert Jura und hat das meiste Geld für sein Studium beim Pokern gewonnen. Für ihn ist in diesem Spiel keinerlei Glück dabei, es ist reines Können und das möchte er bei dem russischen Mafioso Teddy KGB (John Malkovich) unter Beweis stellen. Dabei verliert er aber seine drei High Society, was 30.000 Dollar entspricht.
Einige Monate später, in denen er nicht eine Karte angefasst hat, kommt Mikes bester Freund Lester Murphy (Edward Norton) aus dem Knast. Von allen nur Worm genannt, bringt er Mike dazu, ihm zu helfen, seine 15.000 Dollar Schulden zu begleichen. Diese hat er allerdings bei niemand geringerem als Teddy KGB.

Deutscher Trailer

Meine Meinung:
Lässig sitzt Teddy in den ersten Szenen am Poker-Tisch, nimmt seine Oreo-Kekse auseinander und ist sich über seinen Sieg totsicher. Währenddessen bekommt man von Matt Damons Stimme eine genaue Einleitung in das Poker Spiel Texas Hold’em, das Spiel, bei dem die nur die besten Spieler gewinnen können.
Man wird leicht in das ganze Geschehen eingeführt und erhält auch als Nichtkenner des Spiels einen schnellen Einblick, um sich in die Thematik des Films einzufinden. Im ganzen Film erklärt Matt Damon in der Rolle von Mike verschiedene Techniken und Tricks, sowie Regeln. Hinzu kommt, dass er den Jurastudenten mit einem Hang zum Poker Spielen sehr gut mimt. Mir hat seine Rolle sehr gefallen, besonders auch, als Edward Norton hinzu kam. Sie beiden als Team anzusehen, war immer interessant. Anzeichen, Augenkontakt und schon hatten sie den nächsten großen Pott an Land gezogen und konnten sich mit einer Menge Geld vom Acker machen. Die beiden haben ihre Rolle sehr gut verkörpert.

»Hey Leute, lasst den Scheiß. Hört auf mit eurem Russisch.«
»Was willst du, man?«
»Was ich will? Wenn ihr diese Karte hier sehen wollt, dann hört auf damit euer blödes Sputnik-Latein zu quatschen. Klar?«

Noch besser hat mir aber noch John Malkovich als der russische Mafioso Teddy gefallen. Mit seinen Oreo-Keksen, der Mimik beim Spielen und seinen Kommentaren, hat er mich vollkommen überzeugt. Ein perfekter Bösewicht, für den man aber trotzdem jede Menge Sympathien hatte und der dadurch als Charakter noch interessanter wurde.
Was ich ein bisschen schade fand, war dass gegen Ende Worm nicht mehr vorkam. Er schien, wie aus dem Film gestrichen, was für mich bei einer so tiefen Freundschaft schon komisch ist. Klar, gab es einige Spannungen aber trotzdem, hatte ja immer noch Worm die Schulden bei Teddy.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass der Film außerdem mit vielen kleinen Details besticht. Von der Topless-Bar bis hin zu den Pokertischen in Atlantic City oder in irgendwelchen kleinen, dunklen Schuppen hat alles gepasst. Die spannende Atmosphäre hat mich vollkommen gefangen nehmen können und auch wenn ich nicht viel vom Pokern verstehe, konnte ich doch alles gut verfolgen. Nur hier und da hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr Action gewünscht.

»Weißt du, was mich wieder hoch bringt, wenn ich mich beschissen fühle?«
»Was?«
»Drei Asse über zwei Könige.«

Fazit:
Für mich ist der Film sehr gelungen. Natürlich muss man auf diese Art Filme stehen und sich auf das Thema einlassen, wenn man - wie ich - kaum Ahnung vom Pokern hat. Die Schauspieler haben perfekt miteinander agiert und ich habe ihnen ihre Rolle bis ins kleinste Detail abgekauft.
Das einzige Manko ist - wie bereits gesagt - das plötzliche Verschwinden von Worm und die etwas selten vorkommende Action.
Von mir erhält Rounders 4 von 5 Sternen.

Samstag, 2. Juni 2012

[Filmvorstellung] Snow White and the Huntsman


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Stab und Besetzung:
Rupert Sanders (Regie)
Evan Daugherty, John Lee Hancook, Hossein Amini (Drehbuch)
Sam Mercer, Palak Patel, Joe Roth, Sarah Bradshaw (Produktion)
Kristen Stewart, Charlize Theron, Chris Hemsworth, Toby Jones, Ian McShane, Sam Claflin

Inhalt:
Snow White (Kristen Stewart) lebt anfangs mit ihrer Mutter und ihrem Vater glücklich auf dem Schloss, bis plötzlich ihre Mutter stirbt und der Vater die Hexe Ravenna (Charlize Theron) heiratet. Diese muss, um ewig jung zu bleiben und ihre Kräfte behalten zu können, Snow Whites Herz essen. Deshalb sendet sie einen Jäger (Chris Hemsworth) aus, um es ihr zu bringen, aber als sie sich treffen, lässt er sie gehen und hilft ihr auf ihrer Reise zum Schloss des Duke, wo bereits ihr alter Freund Prinz William (Sam Clafin) wartet.

Englischer Trailer

Meine Meinung:
Der Film ist in gewisser Weise speziell. Ich würde sagen, wem Filme wie Burtons Alice im Wunderland gefallen, dürfte auch dieser Film zusagen.
Die anfänglich sehr schöne Atmosphäre, in der Snow White noch ein Kind ist, wird schnell durch eine düstere abgelöst. Diese zieht sich durch den kompletten Film und wird nur an einigen wenigen Stellen durchbrochen.
Ich war irgendwie erstaunt, wie sehr sie sich doch an das Märchen gehalten habe. Sie haben nur sehr wenig geändert. Natürlich wurde viel mit Spezialeffekten gearbeitet, aber die Geschichte an sich wurde kaum verändert und sogar die sieben Zwerge haben eine ziemlich große Rolle bekommen, die mir zum Beispiel im Trailer kaum aufgefallen sind.
Und da bin ich auch schon bei meinen Lieblingen angelangt. Die Zwerge waren göttlich. Sie waren lustig und immer für eine passende Bemerkung zu haben. Man hat sie sofort ins Herz geschlossen und immer wenn sie auftauchten, musste ich grinsen.
Aber auch die anderen Schauspieler waren ziemlich gut gewählt und haben ihre Sache gut gemeistert. Hier hat mir insbesondere Charlize Theron als böse Hexe sehr gut gefallen. Ich habe ihr ihre Rolle sofort abgekauft, selbst als sie noch die glückliche, neuverheiratete Ehefrau des Königs gemimt hat. Und auch die Verwandlungen, in denen sie immer wieder alt aussieht waren immer gelungen.
Kristen Stewart, die alle bereits aus den Twilight-Filmen kennen, konnte ihre Rolle als Bella Swan meiner Meinung nach auch ganz gut ablegen. Nur selten habe ich in ihr nicht Snow White sondern Bella gesehen, was hauptsächlich an ihrem Gesichtsausdruck lag, wenn sie zum Beispiel in einer Nahaufnahme zu sehen war. Ansonsten hat sie mich eher wenig daran erinnert und ich konnte Twilight  ziemlich gut ausblenden, was wohl bei vielen die größte Sorge bezüglich dieses Films ist.
Die verschiedenen, phantastischen Elemente sind ebenfalls alle passend. Jedenfalls in meinen Augen. Ob  nun die Elfen ohne Flügel oder die goldene Figur, die aus dem Spiegel der Königin kommt. Alles wirkte auf mich stimmig und sorgte für eine Menge Spannung.
Und was mich sehr positiv überrascht hat, war das Ende. Ich hätte da etwas anderes erwartet, was mir sicherlich nicht so zugesagt hätte. Aber in dieser Art war es in Ordnung. Ein Happy End, aber nur zu einem gewissen Grad, würde ich mal sagen.

Fazit:
Ich fand den Film durchaus rundum gelungen, wenn man von den kurzen Bella-Momenten von Kristen Stewart absieht. Aber ich glaube, diese Rolle wird sie nie ganz abschütteln können. Sie hat aber hier durchaus einen Schritt nach vorn gemacht. Genauso auch die anderen Schauspieler und die komplette Geschichte, die allen bekannt ist, aber trotzdem noch so viel Neues hergeben konnte.
Von mir erhält der Film 5 von 5 Sternen.