Donnerstag, 19. April 2012

Eine saamische Tradition, die vergessen wird?

Die Saami leben im Norden von Europa. Einen eigenen Staat haben sie nicht, sie leben in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland und müssen immer mehr um ihr Überleben kämpfen.

Schon früh haben die verschiedenen Nationen das Wandervolk, das hauptsächlich von Rentieren und Fisch lebt, weiter nach Norden vertrieben und verboten zeitweise sogar ihre Sprache, ihre Tradition und vor allem ihren Gesang. Den sogenannten Joik.
Er ist wohl am meisten mit dem Jodeln verwandt, das relativ bekannt im deutschsprachigen Raum ist, aber trotzdem wirkt das Joiken auf den Rest der Weltbevölkerung eher befremdlich. Drei unterschiedliche Formen, die sich an die unterschiedlichen Sprachdialekte der Saami anlehnen, werden hauptsächlich zur Begrüßung von Familienmitgliedern, Beruhigen der Rentiere, Verjagen der Wölfe und einfach auch zur Erinnerung an Verstorbene benutzt. Jeder Joik klingt anders und ist etwas ganz Persönliches für die Saami.

Heute gehen immer mehr Saami mit verschiedenen Joik-Interpretationen, die mit Jazz oder Pop vermischt werden, an die Öffentlichkeit. Einerseits um ihn einfach bekannter zu machen, andererseits auch, um ihre Kultur und ihre Tradition in die Erinnerung der Menschen zu bringen.

Die wohl bekannteste Vertreterin, von der trotz allem viel zu wenig Menschen gehört haben, ist wohl Sofia Jannok. Sie hat den Joik auf der TEDxGateway vorgestellt und eine kleine Ansprache gehalten, um die Menschen wach zu rütteln und ihnen zu zeigen, was mit ihrem Land passiert.


Es gibt viele weitere Lieder von ihr, die alle sehr speziell sind und viele sind auf Nordsaamisch, dem größten der neun Dialekte und demnach für kaum jemanden verständlich. Aber es gibt immer wieder auch Lieder, die sie auf englisch singt. Sie sind sehr gewöhnungsbedürftig, aber dennoch interessant und sollten wenigstens eine Chance bekommen.

Irene - die erste Single ihres Albums Áššogáttis (By the Embers)


New Years Eve - Song aus ihrem Album White

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen