Freitag, 28. Dezember 2012

[Buchvorstellung] Bret Easton Ellis - American Psycho

Bildquelle


Originaltitel: American Psycho
Verlag: KiWi
Seitenzahl: 560 Seiten
ISBN: 978-3-462-03699-2

Inhalt:
Patrick Bateman verkörpert den perfekten Mann, jedenfalls auf eine bestimmte Weise. Er sieht gut aus, ist intelligent, hat einen guten Job und demnach jede Menge Geld. Tagsüber arbeitet er in einem Büro an der Wall Street, mehr oder weniger zumindest, abends geht er mit seinen Freunden in Restaurants und Bars und reißt Frauen auf. Nachts jedoch wird er immer öfter zum Killer und bringt auf abartige Weise Menschen um.

Meine Meinung:
Auf das Buch bin ich erst durch einen Kurs an der Uni aufmerksam geworden, in dem wir uns kurzzeitig über Bücher unterhalten haben, die aus der Reihe springen. Diese gehört wohl immer mit unter die ersten, die man in dem Zusammenhang nennt und da im gleichen Atemzug erzählt wurde, dass der ein oder andere es nicht zu Ende gelesen hat, weil es so grausam sei, war meine Neugier geweckt.
Was ist das nur für ein Buch, das manche nicht mal zu Ende lesen können? Ist es wirklich so grausam? Und was genau passiert denn da überhaupt? Wie ist es geschrieben? Halte ich es selbst aus, die beschriebenen Grausamkeiten bis zum Ende zu lesen?
Diese und viele weitere Fragen schwirrten mir durch den Kopf und als ich das Buch dann im Handel gesehen habe, habe ich es mir direkt gekauft.

Es ist grausam und abartig. Das waren meine ersten Gedanken und immer wieder musste ich das Buch zur Seite legen, um Abstand von den beschriebenen Dingen zu bekommen. Dadurch, dass man alles aus der Ich-Perspektive von Bateman erfährt, wird man immer wieder in die Geschichte gesogen und teilweise hatte ich das Gefühl, als würde ich direkt neben ihm stehen und sein Leben verfolgen, all seine Taten, Träume und dazu seine Gedanken, laut und wummernd in meinem eigenen Kopf. Dementsprechend kann ich sagen: Ellis hat einen sehr guten Schreibstil, der einen mitreißt und einbezieht und gleichzeitig nicht loslässt, auch wenn das Buch grausam ist. Ich konnte es nämlich doch irgendwie kaum weglegen, auch wenn ich wollte.

Bateman an sich ist ein Idiot, ein Arschloch, wie man vielleicht auch sagen könnte. Er war mir irgendwie immer ziemlich unsympathisch, dadurch, dass er nur auf Kleidung und Aussehen achtet. Trug man nicht Armani, war man ein niemand und er konnte direkt sehen, was sein Gegenüber jeweils trug. Das ist auch eins der Themen, die das Buch immer durchziehen und mich am Anfang schmunzeln ließen. Die Kleidung. Bateman kann seitenweise über das Aussehen anderer reden, über seine eigenen Klamotten und über die Art, wie er sich morgens wäscht.
Gleichzeitig spricht er aber auch seitenweise über die Taten, die er begeht und genau die machen das Buch so schrecklich. Die Arten, wie er Menschen umbringt werden immer grausamer und haben mich ziemlich geschockt, weil sie einfach so ... unglaublich schlimm sind. Ich kann das nur schwer beschreiben. Aber zwischendurch konnte ich Szenen dieser Art nur überfliegen, weil ich sie nicht genau wissen wollte. Da hat sich mein Kopf einfach quer gestellt. Obwohl ich sonst immer dachte, ich könnte so etwas beim Lesen haben, weiß ich jetzt, dass es auch immer schlimmer geht und ich auch nicht alles haben kann.
Den Film werde ich nie gucken können.

Aus irgendeinem Grund tut mir Bateman aber vor allem gegen Ende Leid. Gleichzeitig fand ich das Ende sehr unbefriedigend, einfach aus dem Grund, weil Bateman nie zur Rechenschaft gezogen wird und er vollkommen ignoriert wird, auch wenn er Andeutungen macht zu seinem nächtlichen Treiben. Teilweise hat man gleichzeitig das Gefühl, dass er alles nur träumen würde und nichts davon wirklich passiert ist. Das hat mich mit einem sehr seltsamen Gefühl zurück gelassen, als ich das Buch zugeschlagen habe.

Während des Lesens habe ich mir außerdem hier und da einige Rezensionen und Deutungsversuche durchgelesen, kann einige nachvollziehen, andere nicht. In einer Rezension hat jemand das Buch mit dem Bild Guernica von Picasso vergleichen und ich muss sagen: Es passt wirklich wie die Faust aufs bekannte Auge. Auch wenn ich da nicht den Hintergrund kenne, wenn ich das Bild anschaue und über American Psycho nachdenke, passt es perfekt zusammen.

Fazit:
Mehr gibt es zu dem Buch kaum zu sagen. Ich weiß auch ehrlich nicht, wie viele Sterne ich ihm geben soll, oder so. Es ist einfach etwas für sich und jeder sollte selbst entscheiden, was er davon hält. Ich kann diejenigen verstehen, die es nicht komplett gelesen haben und sich fragen, wie man so etwas gut finden kann. Ich kann aber auch diejenigen verstehen, die begeistert von dem Buch sind und mehr darin sehen, als die grausamen Arten, wie man Menschen quälen kann.

Sonntag, 23. Dezember 2012

30 Days Book Challenge



Schon länger wollte ich bei einer Challenge mitmachen und jetzt ist es endlich soweit. Zusammen mit Tin möchte ich die 30 Days Book Challenge bestreiten. Für Bücherwürmer ist diese wohl perfekt.

Bei der Challenge geht es darum 30 Tage lang, im Zeitraum vom 5. Januar bis zum 3. Februar (ich bin leider Anfang Januar noch im Urlaub), jeden Tag ein Buch zu einem bestimmten Thema vorzustellen. Das könnte zum Beispiel das Lieblingsbuch der Kindheit oder ein Buch, das dich enttäuscht hat, sein. Dabei soll aber keine ganze Rezension geschrieben werden, sondern lediglich eine kurze Vorstellung des Buches, sowie eine Begründung, warum gerade dieses eine Buch ausgewählt wurde. Die entsprechenden Aufgaben haben wir zm Teil im Internet gesammelt, einige Ideen stammen aber auch von uns.

Wir würden uns sehr freuen, wenn sich vielleicht noch weitere Teilnehmer finden würden!
Hinterlasst dann einfach hier bei mir oder bei Tin einen Kommentar und wir schicken euch die Liste mit den Themen. Vergesst bitte nicht, irgendwo eure E-Mail-Adresse zu hinterlassen, damit wir sie euch schicken können. Ihr könnt dann natürlich auch unseren Banner für die Challenge nutzen.

Ganz liebe Grüße
Jojo

Samstag, 22. Dezember 2012

[TAG] 100 Bücher ...

... die man lesen sollte?

Die liebe Tin hat mir einen TAG weitergeleitet, in dem 100 Bücher aufgelistet wurden und man jetzt sagen soll, welche man von diesen gelesen hat und welche nicht. Welche Bücher noch auf dem SuB stehen und von welchen man nur die Verfilmungen gesehen hat. Na mal sehen, was bei mir dabei herauskommt.
Allerdings bin ich mit der Liste an sich nicht wirklich zufrieden. Teilweise frage ich mich, wieso manche Bücher drauf stehen und andere wieder nicht. Aber ich möchte den TAG trotzdem einmal ausfüllen, nur um zu sehen, wie viele ich gelesen habe.

Bücher, die ich bereits gelesen habe.  (17)
Bücher, deren Verfilmungen ich kenne. (17)
Bücher, die ich noch lesen möchte. (20)
Bücher, die sich auf meinem SuB befinden. (6)


  1. Der Herr der Ringe - J.R.R Tolkien (vom 1. & 2. Teil)
  2. Die Bibel (Auszüge zumindest)
  3. Die Säulen der Erde - Ken Follett
  4. Das Parfüm - Patrick Süskind
  5. Der kleine Prinz - Antoine de Saint-Exupéry
  6. Buddenbrooks - Thomas Mann
  7. Der Medicus - Noah Gordon
  8. Der Alchimist - Paulo Coelho
  9. Harry Potter und der Stern der Weisen - J.K. Rowling
  10. Die Päpstin - Donna W. Cross
  11. Tintenherz - Cornelia Funke
  12. Feuer und Stein - Diana Gabaldon
  13. Das Geisterhaus - Isabel Allende
  14. Der Vorleser - Bernhard Schlink
  15. Faust. Der Tragödie erster Teil - Johann Wolfgang von Goethe
  16. Der Schatten des Windes - Carlos Ruiz Zafón
  17. Stolz und Vorurteil - Jane Austen
  18. Der Name der Rose - Umberto Eco
  19. Illuminati - Dan Brown
  20. Effi Briest - Theodor Fontane
  21. Harry Potter und der Orden des Phönix - J.K. Rowling
  22. Der Zauberberg - Thomas Mann
  23. Vom Winde verweht - Margaret Mitchell
  24. Siddharta - Hermann Hesse
  25. Die Entdeckung des Himmels - Harry Mulisch
  26. Die unendliche Geschichte - Michael Ende
  27. Das verborgene Wort - Ulla Hahn
  28. Die Asche meiner Mutter - Frank McCourt
  29. Narziss und Goldmund - Hermann Hesse
  30. Die Nebel von Avalon - Marion Zimmer Bradley
  31. Deutschstunde - Siegfried Lenz
  32. Die Glut - Sándor Márai
  33. Homo faber - Max Frisch
  34. Die Entdeckung der Langsamkeit - Sten Nadolny
  35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins - Milan Kundera
  36. Hundert Jahre Ewigkeit - Gabriel Garcia Márquez
  37. Owen Meany - John Irving
  38. Sofies Welt - Jostein Gaarder
  39. Per Anhalter durch die Galaxis - Douglas Adams
  40. Die Wand - Marlen Haushofer
  41. Gottes Werk und Teufels Beitrag - John Irving
  42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera - Gabriel Garcia Márquez
  43. Der Stechlin - Theodor Fontane
  44. Der Steppenwolf - Hermann Hesse
  45. Wer die Nachtigall stört - Harper Lee
  46. Joseph und seine Brüder - Thomas Mann
  47. Der Laden - Erwin Strittmatter
  48. Die Blechtrommel - Günter Grass
  49. Im Westen nichts Neues - Erich Maria Remarque
  50. Der Schwarm - Frank Schätzing
  51. Wie ein einziger Tag - Nicholas Sparks
  52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban - J.K. Rowling
  53. Momo - Michael Ende
  54. Jahrestage - Uwe Johnson
  55. Traumfänger - Marlo Morgan
  56. Der Fänger im Roggen - J. D. Salinger
  57. Sakrileg - Dan Brown
  58. Krabat - Otfried Preußler
  59. Pipi Langstrumpf - Astrid Lindgren
  60. Wüstenblume - Waris Dirie
  61. Geh, wohin dein Herz dich trägt - Susanna Tamaro
  62. Hannas Töchter - Marianne Fredriksson
  63. Mittsommermord - Henning Mankell
  64. Die Rückkehr des Tanzlehrer - Henning Mankell
  65. Das Hotel New Hempshire - John Irving
  66. Krieg und Freiden - Leo N. Tolstoi
  67. Das Glasperlenspiel - Hermann Hesse
  68. Die Muschelsucher - Rosamunde Pilcher
  69. Harry Potter und der Feuerkelch - J.K. Rowling
  70. Tagebuch - Anne Frank
  71. Salz auf unserer Haut - Benoîte Groult
  72. Jauche und Levkojen - Christine Brückner
  73. Die Korrekturen - Jonathan Franzen
  74. Die weiße Massai - Corinne Hofmann
  75. Was ich liebte - Siri Hustvedt
  76. Die dreizehn Leben des Käpt’n Blaubär - Walter Moers
  77. Das Lächeln der Fortuna - Rebecca Gablé
  78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran - Eric-Emmanuel Schmitt
  79. Winnetou - Karl May
  80. Désirée - Annemarie Selinko
  81. Nirgendwo in Afrika - Stefanie Zweig
  82. Garp und wie er die Welt sah - John Irving
  83. Die Sturmhöhe - Emily Bröntë
  84. P.S. Ich liebe Dich - Cecilia Ahern
  85. 1984 - George Orwell
  86. Mondscheintarif - Ildiko von Kürthy
  87. Paula - Isabel Allende
  88. Solange du da bist - Marc Levy
  89. Es muss nicht immer Kaviar sein - Johannes Mario Simmel
  90. Veronika beschließt zu sterben - Paulo Coelho
  91. Der Chronist der Winde - Henning Mankell
  92. Der Meister und Margarite - Michail Bulgakow
  93. Schachnovelle - Stefan Zweig
  94. Tadellöser & Wolff - Walter Kempowski
  95. Anna Karenina - Leo N. Tolstoi
  96. Schuld und Sühne - Fjodor Dostojewski
  97. Der Graf von Monte Christo - Alexandre Dumas
  98. Der Puppenspieler - Tanja Kinkel
  99. Jane Eyre - Charlotte Brontë
  100. Rote Sonne, schwarzes Land - Barbara Wood
Mhm, also wirklich viele Bücher habe ich irgendwie noch nicht gelesen, aber ich muss sagen, es stehen auch nicht sonderlich viele auf meiner "Muss-ich-lesen"-Liste. Aber dafür habe ich da ein paar andere stehen und habe auch ein paar andere Bücher gelesen, die einfach auf dieser Liste nicht stehen.
Wie sieht bei euch die Liste aus? Lasst es  mich doch wissen! Und jeder, der den TAG auch machen möchte: Nur zu!
Ich leite ihn einfach mal an alle weiter, die gerade Lust darauf haben.
 

[Blogadventskalender] Türchen 22: Es weihnachtet sehr!


Der Adventskalender von Tintenelfe öffnet heute auf meinem Blog sein Türchen.

Jetzt sind es nur noch zwei Tage bis Weihnachten und überall werden noch die letzten Vorbereitungen getroffen. Falls noch etwas Dekoration für den Weihnachtsabend fehlen sollte, habe ich hier genau das richtige für euch. Die Origami-Sterne sind blitzschnell fertig und vor allem super einfach. Trotz allem sehen sie mit dem richtigen Papier richtig chic aus und können natürlich auch noch später als winterliche Deko hängen bleiben.


Ihr braucht lediglich für diesen Stern 8 Papierquadrate und ein bisschen Klebstoff. Am besten wirkt der Stern natürlich, wenn ihr Papier nehmt, das auf beiden Seiten unterschiedliche Farben oder Muster hat. Und für Weihnachten eignet sich natürlich ein weihnachtliches Motiv, wie bei mir die Sterne auf der roten Seite.

Faltet zu allererst das Papier diagonal in der Mitte (1) und öffnet es danach wieder. Daraufhin faltet ihr die Seiten zur Mittellinie (2). Danach sollte das Papier wie in Punkt 3 aussehen und vor euch liegen. Daraufhin werden wieder die Seiten zur Mitte geklappt (4) und ihr erhaltet die Figur aus Nummer 5. Wenn alles soweit gefaltet ist, werden die innen gelegenen Ecken schräg an die äußeren Kanten gefaltet (6), damit am Ende das Papier wie in Punkt 7 aussieht.

Und schon ist der erste Bestandteil des Sterns fertig. Jetzt werden noch sieben weitere von diesen Strahlen gefaltet, die dann an den stumpfen Ecken zusammengeklebt werden. Dazu müsst ihr einfach die Hälfte der Rückseite mit Klebstoff bestreichen und diese auf die Hälfte der nächsten Sternzacke kleben.

Ich hoffe, dass euch die Anleitung gefallen habt und sie auch verständlich war und vielleicht macht der ein oder andere von euch ein Foto von euren gebastelten Sternen, die ihr hier gerne in den Kommentaren zeigen könnt. Und wenn es noch Fragen gibt, nur heraus damit. Dann versuche ich zu helfen, so gut ich kann.

Ich wünsche euch allen wunderschöne Weihnachten und besinnliche Festtage, die ihr mit der Familie verbringt. Lasst euch vor allem aber nicht auf die letzten Meter stressen und genießt die letzten Tage der Adventszeit.

Morgen geht es mit dem Adventskalender bei Mandys Bücherecke weiter.


Donnerstag, 20. Dezember 2012

[Filmvorstellung] Merry Christmas


Bildquelle

Erscheinungsjahr: 2005
Laufzeit: ca. 111 Minuten
Altersfreigabe:
ab 12 Jahren freigeben

Inhalt:
Weihnachten 1914, an der Westfront in Nordfrankreich:
Französische, britische und deutsche Truppen hoffen nach monatelanger Kriegsführung auf ein Ende des Tötens. Schließlich verständigen sich die einfach Soldaten auf beiden Seiten der Schützengräben auf einen inoffiziellen Waffenstillstand am Weihnachtsabend. Die Verbrüderung mit dem Feind alarmiert schließlich die Heeresleitung, aber bis dahin haben die Soldaten untereinander bereits Freundschaften geschlossen.

Quelle: Inhaltsangabe der hier vorgestellten DVD

Englischer Trailer

Meine Meinung:
Ein Weihnachtsfilm der besonderen und auch etwas anderen Art. Es geht kaum um verliebte Paare, um Geschenke oder Geschenke, es geht viel mehr ums nackte Überleben in einem der grausamten Kriege der Weltgeschichte und wie zu dieser Zeit doch ein bisschen Menschlichkeit siegen kann.
Die Geschichte des Filmes basiert auf wahre Begebenheiten. Im Jahre 1914 hat man sich an der Front wirklich darauf geeinigt, dass man über die Weihnachtstage Frieden schließt. Ob es sich nun so zugetragen hat, wie es der Film darstellt, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich denke, der Film vermittelt eine ziemlich gute Vorstellung der Situation.

Ziemlich zu Beginn wird eine Szene gezeigt, in der die französischen Truppen angreifen, man sieht wie sie sich erschießen, hinter gefallenen Mitstreitern Schutz suchen, nur um nicht selbst getötet zu werden. Es klingt grausam, aber genau durch diese anfängliche Szene, wird später der Kontrast viel deutlicher und der Befehl zum Weiterkämpfen umso absurder.
Wenig später hat man nämlich die Weihnachtsbäume, die an der deutschen Front aufgestellt werden und es werden Weihnachtslieder gesungen. Auch wenn das vielleicht nicht schon ungewöhnlich genug erscheint, kommen die Soldaten plötzlich aufeinander zu und treffen sich im sogenannten Niemandsland, zeigen sich Bilder von ihren Familien, trinken zusammen Wein, essen Schokolade. Sie teilen all die Dinge, die sie von ihren Vorgesetzen, die im Warmen sitzen und Weihnachten ohne Angst feiern, bekommen haben.
Genau dieser starke Kontrast zeichnet den Film meiner Meinung nach aus, und machen den Krieg zu einer absurden, unsinnigen Handlung. Es kommt die Frage auf, wieso die Menschen weiter gegeneinander kämpfen, wenn sie doch jetzt Freunde auf der anderen Seite gefunden haben. Wie können sie weitermachen, wenn sie wenige age zuvor zusammen Weihnachtslieder gesungen haben, zusammen Fußball gespielt haben?

Zu dieser Ansicht tragen natürlich die Schauspieler nicht unwesentlich bei. Vor allem Benno Fürmann, der als Opernsänger mit der Armee nichts am Hut hat, aber trotz allem eingezogen wird und dann für all die Soldaten singt. Daneben Daniel Brühl als deutscher Offizier, Guillaume Canet als französischer Offizier und Gary Lewis als Militärpriester, der die Christmette führt. Sie alle spielen ihre Figuren überzeugend und interagieren ebenso, dass man sich komplett in dem Film verlieren kann.
Hinzu kommt, dass der Film in einer mehrsprachigen Fassung aufgenommen wurde. In dieser sprechen die verschiedenen Parteien in ihrer Landessprache, wodurch vor allem die Sprachbarriere zwischen den Soldaten noch deutlicher werden. Des Weiteren ist einem sofort klar, in welchem der drei Lager man sich gerade befindet, denn durch die doch teilweise sehr gleiche Uniform und die anfänglichen Kriegsszenen, kommt man schon etwas durcheinander, wer denn jetzt wohin gehört.
Obwohl auf der DVD auch eine komplett Synchronisierte Fassung enthalten ist, empfehle ich den Film im Original mit Untertitel zu sehen. Mein Französisch hat zum Beispiel nicht gereicht, um alles zu verstehen, aber die Untertitel sind gut, laufen nur leider dann auch bei den deutschen Sprachabschnitten.

Fazit:
Merry Christmas ist ein Film der etwas anderen Art, den ich aber immer wieder gerne anschaue, auch nicht nur zur Weihnachtszeit. Eine wahre Geschichte, verpackt in einem tollen Film mit guten Schauspielern. Anschauen lohnt sich!

Samstag, 15. Dezember 2012

[Filmvorstellung] Der Hobbit. Eine unerwartete Reise

Bildquelle


Originaltitel: The Hobbit - An Unexpected Journey
Erscheinungsjahr:
2012
Laufzeit: 169 Minuten
Altersfreigabe: ab 12 Jahren freigegeben

Inhalt:
Bilbo Beutlin (Martin Freeman) lebt ein ruhiges Leben in seiner Höhle unter dem Bühl im Auenland, bis plötzlich Gandalf (Ian McKellen) vor seiner Tür steht und wenig später auch 13 Zwerge. Unter ihnen Thorin Eichenschild (Richard Armitage), der mit seinen zwölf Begleitern das Königreich seines Großvaters, das von dem schrecklichen Drachen Smaug zerstört und nun bewacht wird, zurückerobern möchte und dafür noch ein weiteres Mitglied benötigt. Nur widerwillig stimmt Bilbo zu und schon bald findet er sich in einem Abenteuer wieder, in dem er auf Trolle, Elben, Orks, Warge, Adler und viele weitere freundliche und unheimliche Kreaturen trifft. 


Meine Meinung:
Wie so viele andere habe auch ich mich sehr auf den Film gefreut und allein schon dem ersten kleinen Filmtrailer entgegen gefiebert. Als ich diesen dann gesehen habe, wusste ich, dass der Film eigentlich nur gut werden konnte. Kurz bevor ich dann ins Kino gegangen bin, haben mich jedoch Zweifel befallen. Was wäre, wenn der Film doch nicht so gut sein würde? Immerhin wurden einige neue Techniken ausprobiert und teilweise hört man, dass diese nicht sonderlich positiv rübergekommen sind. Was ist, wenn ich mir einfach zu viel verspreche und vor allem zu sehr mit dem Buch vergleiche?
Als ich dann aber aus dem Kino gegangen bin, war in meinem Kopf nur ein Wort, um den Film zu beschreiben: Wahnsinn!

Ich kann sagen, ich bin wirklich total begeistert vom Hobbit. Meine hohen Erwartungen, die sich durch das Lesen des Buches kurz vor Erscheinen des Film nur verstärkt haben, wurden nicht enttäuscht. Natürlich war der Film an einigen Stellen anders als die Buchvorlage von Tolkien, aber man hatte das Gefühl, dass es trotzdem noch zusammengehört. Man hat die verschiedenen Geschehnisse auch im Film, es weicht nicht alles vollkommen von der Vorlage ab, was ich sehr positiv finde, da es immerhin eine Buchverfilmung sein soll.
Da es sich hier aber um eine Film-Trilogie handelt und das Buch doch nur knapp 300 Seiten hat, komme ich auch gleich zu dem Punkt, der vielleicht vielen Angst machen könnte: Langatmigkeit.
Diese war in meinen Augen kaum vorhanden. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass alles etwas schwer in Gang kam, vor allem als Gandalf und die Zwerge bei Bilbo waren und ihm die Situation erklärten und als sie die Reise dann antreten und mit ihren Ponys durch die Gegend reiten. Aber ich fand es nicht sehr störend und schiebe dieses Empfinden auch ein bisschen auf meine frische Erinnerung an das Buch, wodurch ich einfach die Hintergründe alle genau kannte und sie nicht unbedingt noch erklärt haben musste. Für andere sind diese Szenen wahrscheinlich unabdingbar, deshalb gibt’s von mir in dieser Hinsicht keine Abzüge.

Zu den Schauspielern kann ich nur sagen, dass sie wirklich alle perfekt passen. Vor allem Martin Freeman passt wie die sprichtwörtliche Faust aufs Auge. Er ist perfekt als Bilbo, ich habe ihm seine Rolle vollkommen abgenommen und er flößt dem kleinen Hobbit noch etwas persönliches hinzu. Die Mimik, die Gestik, die Ausdrucksweise. Alles passt zu Bilbo und seiner Figur. Verhalten, etwas ängstlich, aber gleichzeitig neugierig und nach einiger Zeit auch mutig.
Das gleiche kann man von den Zwergen sagen. Obwohl es ziemlich viele Figuren sind, bekommen sie doch alle ein Gesicht und auch wenn man vielleicht nicht jeden mit Namen benennen kann, sind sie doch alle als Figur präsent und vor allem eben diejenigen, die näher in den Fokus gerückt werden.
Zu den Schauspielern, die bereits in Herr der Ringe zu sehen sind, kann ich leider nichts sagen. Ich habe die Filme nie gern gesehen und auch überhaupt nicht alle komplett geguckt. Aber sie waren in diesem Fall auch super. Vor allem Gollum hat mir als Figur auch einfach super gut gefallen und Andy Serkis hat ihn mehr als gut dargestellt.

Meine Überleitungen sind nicht immer sehr gut, deshalb komme ich jetzt einfach direkt zur Musik. Sie war einfach richtig klasse und ich hatte sie danach noch lange im Kopf. Sie hat die verschiedenen Situationen und Geschehnisse perfekt untermalt und unterstrichen und hat mich als Zuschauer nur noch mehr in die Abenteuer und in die Welt hineingezogen. Allein wegen der Musik sollte man sich den Film schon ansehen und er verdient es durchaus im CD-Regal zu stehen, wenn ihr mich fragt.

Als letztes möchte ich noch etwas zu einem Kritikpunkt sagen, der bei einem zehn-minütigem Preview auf der CinemaCon in Las Vegas laut wurde: Die Aufnahme von 48 Bildern pro Sekunde (statt der üblichen 24) lässt alles zu scharf und farbintensiv wirken.
Laut Warner war die Postproduktion zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig abgeschlossen. Peter Jackson selbst führte an, dass man sich wohl erst an diese Art Bildaufnahme gewöhnen müsse und dafür zehn Minuten wohl kaum ausreichen.
Ich muss sagen, mir ist das so kaum aufgefallen.. Mir schien der Film vollkommen normal, nur zu Beginn, als die Stadt Thal gezeigt wurde, waren für mich die Farben sehr intensiv, was vielleicht aber auch Absicht war, um so den Reichtum der Stadt darzustellen und um klar zu machen, dass es ein Ereignis aus einer weit zurückliegenden Vergangenheit ist. Das kann ich natürlich nicht beurteilen, vielleicht war zu dieser Zeit - wie Jackson sagt - mein Auge noch nicht an diese Art von Aufnahme gewöhnt und musste sich erst darauf einstellen. Aber wenig später waren die Farben in meinen Augen so intensiv wie in jedem anderen Film auch.

Fazit:
Insgesamt kann ich sagen, dass mir der Film außerordentlich gut gefallen hat und ich ihn am liebsten gleich noch einmal sehen würde und dann direkt danach auch den zweiten und den dritten Teil. Die Welt und die Figuren im Zusammenspiel mit der Musik haben mich vollkommen gefangen genommen, auch wenn ich ihn nicht in 3D gesehen habe. Ich kann ihn wirklich allen empfehlen, auch denjenigen, die die Herr-der-Ringe-Trilogie nicht so überzeugt hat. Der Hobbit ist einfach etwas ganz anders, auch wenn es die Vorgeschichte des bekannten Epos ist.

Zum Schluss noch ein kleiner Eindruck vom Soundtrack. Ich hoffe, er gefällt euch so gut wie mir. 
 

Sonntag, 9. Dezember 2012

[Buchvorstellung] J.R.R. Tolkien - Der Hobbit

Bildquelle
Originaltitel: The Hobbit
Verlag: Bertelsmann
Seitenzahl: 320 Seiten

Inhalt: 
Im Auenland leben die kleinen, sesshaften Hobbits, die sich nie auf ein Abenteuer einlassen, jedenfalls zumindest die, die von den anderen Hobbits nicht schräg angeschaut werden wollen.
Bilbo Beutlin gehört zu eben diesen Hobbits, die von einem Abenteuer und weiteren Reisen nichts wissen wollen. Er sitzt viel lieber in seiner Hobbithöhle oder an warmen Sommertagen draußen vor der Tür und raucht seine Pfeife, isst gerne und hat hin und wieder auch gerne Besuch von seinen Hobbit-Freunden.
Aber eines Tages bekommt er Besuch von 13 Zwergen und Gandalf, dem großen Zauberer. Sie wollen, dass er mit ihnen zum Einsamen Berg reist und Smaug tötet, damit sie ihren Schatz wiedererlangen können. Bilbo ist von der Idee nicht gerade begeistert, reitet aber doch mit und schon bald trifft er auf freundliche und weniger freundliche Gestalten.

Bilbo konnte sich nicht erinnern, schon einmal in seinem Leben so müde gewesen zu sein wie jetzt. Er musste wieder an seinen behaglichen Sessel vor dem Kaminfeuer denken, sein liebstes Plätzchen in seiner Hobbithöhle, und an den singenden Teekessel. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

Meine Meinung: 
Ich habe das Buch jetzt schon zum zweiten Mal gelesen und bin nach wie vor begeistert. Es war diesmal sozusagen eine Einstimmung auf den Film, auf den ich mich schon lange sehr freue.
Aber nun erstmal zum Buch:
Ich finde, man sollte den Hobbit einmal gelesen haben. Es gehört für mich zu den Klassikern unter den Fantasy-Geschichten und auch wenn ich zum Beispiel Herr der Ringe nie wirklich mochte, konnte mich der Hobbit auch ein zweites Mal in seine Welt entführen. Ich konnte mich jedes Mal nur schwer wieder von den Abenteuern, die Bilbo und die Zwerge erleben, loseisen und habe jedes Mal mitgefiebert, obwohl ich ja wusste, wie es ausgeht. Das habe ich über die Jahre hin nicht vergessen. Es hat mich demnach damals schon so beeindruckt, dass ich es nie vollständig aus dem Kopf bekommen konnte.
Der Schreibstil an sich ist vielleicht nicht unbedingt einer, der jedem zusagt. Er ist eher einfach, wie ich finde. Aber das Buch ist ja auch eigentlich als ein Kinderbuch gedacht, soweit ich weiß, deshalb ist das für mich total in Ordnung. Außerdem würde hier - wie ich finde - ein komplizierter Stil die Geschichte stören. Dafür passiert einfach zu viel, man muss allem gut folgen können und das auch ziemlich schnell.
Um noch einmal zu den Figuren zu kommen: Sie fehlen mir irgendwie jetzt schon. Vor allem Bilbo habe ich gemocht. Den kleinen, immer wieder verängstigten Hobbit, der anfangs gar nicht glauben kann, wieso er sich auf dieses seltsame Abenteuer eingelassen hatte, wobei er doch eigentlich viel lieber vor seinem Kamin sitzen würde. Doch irgendwann scheint er, trotz aller Gefahren, Gefallen an den Abenteuern zu finden, was ihn irgendwie zu einem anderen Charakter werden lässt. Er verändert sich nicht so, dass man ihn gar nicht wiedererkennt, er ist immer noch der Hobbit vom Anfang der Geschichte, aber er hat doch ein paar weitere Eigenschaften dazubekommen und wird zu einem interessanteren Charakter.
Aber auch die Zwerge sind wirklich toll und Gandalf und all die anderen, ob nun Elben, Bären-Menschen, Orks oder Trolle. Immer wieder wird es spannend und im nächsten Moment muss man laut loslachen oder in sich hineingrinsen, weil irgendjemand eine lustige Bemerkung gemacht hat.

Wie Thorin ausführlich klarstellte, war Herr Beutlin offiziell immer noch ihr Experte für Diebstahl, Einbruch und diskrete Ermittlungen, und wenn er es in dieser Eigenschaft riskieren wolle, ein Licht anzuzünden, so wäre das seine Sache. Die anderen aber würden im Tunnel seine Meldung abwarten. Also setzen sie sich nah beim Ausgang hin und schauten zu.


Fazit: 
Viel zu schnell war das Buch in meinen Augen zu Ende, aber jetzt kann ich mich noch mehr auf den Film freuen. Vor allem Martin Freeman als Bilbo ist allein auf den Bildern schon Gold wert und auch die Trailer und kleinen FIlmausschnitte versprechen einiges.
Ich möchte an dieser Stelle das Buch wirklich allen empfehlen. Es liest sich gut und ist außerdem ein toller Vorgeschmack auf den Film, der am 13. Dezember in den deutschen Kinos in 3D und 2D anläuft.
Von mir bekommt das Buch 5 von  5 Sternen und dazu noch einen kleinen Extrastern, weil es mir einfach so gefallen hat und etwas ganz Besonderes ist.

Hier könnt ihr euch außerdem noch mal den Trailer ansehen, falls ihr den noch nicht gesehen habt. Außerdem gibt es bei Youtube auch schon einige kleine Einblicke in den Film, die ich auch nur empfehlen kann.
 

Die kursiven, blauen Textstellen sind Zitate aus der hier vorgestellten Ausgabe. 

Montag, 3. Dezember 2012

[Filmvorstellung] Cloud Atlas

Bildquelle



Produktionsjahr: 2012
Laufzeit: 172 Minuten
Alterfreigabe:
ab 12 Jahren freigegeben

Inhalt:
Der Film zeigt sechs verschiedene Handlungen auf, die sich alle in unterschiedlichen Zeitaltern befinden und trotzdem alle miteinander verbunden sind.
1849 - Der Anwalt Adam Ewing (Jim Sturgess) bereist den Pazifik und lernt den Arzt Henry Goose (Tom Hanks) kennen. Auf der Rückreise befällt ihn eine seltsame Krankheit.
1936 - Robert Frobisher (Ben Whishaw), ein unbedeutender und unerfahrener Komponist, schreibt seinem Freund Rufus Sixsmith (James D’Arcy) von seinen Erlebnissen im Haus des großen Komponisten Vyvyan Ayrs (Jim Broadbent).
1973 - Die Journalistin Luisa Rey (Halle Berry) lernt den alten Rufus Sixsmith kennen, der Atomphysiker ist und wenig später ermordert wird. Luisa findet die alten Briefe seines Freundes Robert.
2012 - Der Lektor Timothy Cavendish (Jim Broadbent) hat nicht wirklich viel Erfolg, bis einer seiner Klienten einen berühmten Kritiker vom Hoteldach stößt. Allerdings bekommt der Verleger daraufhin unangenehmen Besuch und findet sich bald darauf in einem Alterheim wieder, das ihm sein Bruder als Hotel verkaufte.
2144 - Im koreanischen Neo-Seoul werden weibliche Klone in einem Restaurant eingesetzt. Sonmi (Doona Bae), Klon Nummer 451, schafft es mit Hilfe des Rebellen Hae-Joo Chang (Jim Sturgess) zu fliehen und entdeckt die Welt aus einem neuen            Blickwinkel.
2346 - Zachary (Tom Hanks), ein einfacher Ziegenhirt, schlägt sich zusammen mit Meronym (Halle Berry) bis auf die Spitze eines Berges, um dort Kontakt zu außerplanetarischen Kolonien aufzunehmen. 




Meine Meinung:
Mittlerweile ist es beinahe schon zwei Wochen her, dass ich den Film gesehen habe und immer noch fällt es mir schwer, meine Meinung vollkommen klar zu formulieren.

Erstmal zu den allgemeinen Dingen:
Der Film ist super gemacht. Die Schauspieler, die Musik, die Welten, die Geschichten. Alles wirkt auf mich überzeugend und nicht an den Haaren herbeigezogen, es passt vor allem auch zusammen und man wird, obwohl oft die Perspektive gewechselt wird, in das Geschehen hineingezogen, wie ich es vorher so schon lange nicht mehr erlebt habe.
Man war direkt in den Geschichten drin, egal ob aus der Vergangenheit, der Gegenwart oder der Zukunft.
Insbesondere hat mir hier die Darstellung der beiden Zukunftsszenen gefallen. Neo-Seoul sieht unglaublich toll aus und wirkt überzeugend, mit all den futuristischen Details. Genauso auch die grausamen Dinge, die in dieser Zeit passieren. Die Klone, die immer und immer wieder den gleichen Tagesablauf haben und selbst nach Ablauf ihres Arbeitsvertrags nicht frei kommen, sondern wiederverwehrtet werden. Eine Sache, die ich mir durchaus in dieser Zeit so vorstellen kann.
Aber auch die postapokalyptische Zeit ist glaubhaft dargestellt. Nicht zuletzt wegen der Sprache, die so anders, aber dennoch immer noch wie die unsere klingt. Man bemerkt heute schon einige sprachliche Veränderungen, die hier einfach ins Extreme gezogen wurden. Allerdings sind sie so glaubwürdig und wie ich finde, faszinierend und spannend.

Aber auch die Szenerien aus der Vergangenheit haben mir gefallen. Auch sie waren glaubhaft und sprachen jeweils gesellschaftliche und politische Probleme an, die entweder heute noch zur Sprache stehen, oder vor allem zu der Zeit aktuell waren.
Ich war nur etwas enttäuscht von den Szenen aus dem Jahr 2012, in dem ein älterer Mann von seinem Bruder in ein Altenheim eingewiesen wird. Diese Sache war mir dann doch etwas zu ... abgedreht und passte nicht wirklich in die anderen Darstellungen, die mir eher ernst vorkamen, hinein. Trotz allem hat der Film es geschafft, dass ich vor allem an diesen Stellen immer wieder lächeln musste. Vielleicht macht gerade das diese Szenen aus, da sie durch die lustigen, skurrilen Dinge in einem starken Kontrast zum Rest stehen und so den Film etwas auflockern und den Zuschauer für kurze Zeit entlasten.

Leider muss ich dazu sagen, dass ich das Buch noch nicht gelesen habe und aus dem Grund am Ende des Films noch lange auf meinem Platz saß und über das Gesehene nachgedacht habe. Und auch die Tage danach noch. Schon lange hat mich ein Film nicht mehr so gefesselt, über die Tage hinweg, was eigentlich ein gutes Zeichen ist, denke ich. Aber es ist auch ein unangenehmes Gefühl, wenn man die ganze Zeit denkt, man hat einige Zusammenhänge nicht vollständig verstanden. Wenn ich darüber nachdenken, kommt immer noch das Gefühl des „Nicht-Verstehens“ bei mir auf.
Ich kann nicht sagen, ob im Buch noch mehr Zusammenhänge zwischen den Szenerien bestehen, als die Reinkarnation, aber ich möchte es herausfinden und unbedingt das Buch noch einmal lesen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Auch den Film werde ich dann in diesem Zusammenhang noch einmal gucken, um dann vielleicht mehr Klarheit zu haben.

Fazit:
Insgesamt hat mir der Film aber wirklich gut gefallen. Er ist beeindruckend und die verschiedenen Welten und Zeiten wirken so real, dass man sich schnell in ihnen zurechtzufinden scheint. Trotz allem ist es aber ein Film, der nicht mal eben so geguckt werden kann. Man muss immer da sein und wahrscheinlich ist er leichter zu verstehen, wenn man vorher das Buch gelesen hat.
Von mir erhält er 4 von 5 Sternen.

Samstag, 1. Dezember 2012

Blog-Adventskalender 2012

Bildquelle

Heute ist es endlich soweit. Das erste Türchen eines jeden Adventskalenders durfte geöffnet werden. Ob nun Süßigkeiten oder andere Kleinigkeiten darin zu finden waren, liegt am Kalender, aber es war sicherlich bei jedem etwas Nettes drin.

Ich selbst möchte an dieser Stelle einen kleinen Blog-Adventskalender vorstellen, an dem ich selbst ebenfalls teilnehmen werde. Heute wurde bereits das erste Türchen geöffnet und jeden Tag wird es ein weiteres geben, das auf der Seite von Tintenhain, die den Adventskalender ins Leben gerufen hat, verlinkt wird.
Vielleicht wollen einige von euch ja einmal bei dem Adventskalender vorbeischauen. Hier findet ihr alle Blogs, die daran teilnehmen und wenn ihr auf die Sterne mit den entsprechenden Nummern klickt, gelangt ihr zu den verschiedenen Beiträgen.
Wann ich dran bin, darf ich leider noch nicht verraten, aber wenn, dann erfahrt ihr es natürlich hier als erstes, denn das Türchen findet ihr dann einfach auf meinem Blog.

Ich wünsche euch jedenfalls schon einmal viel Spaß mit dem Blog-Adventskalender und ich selbst freue mich ebenfalls auf die verschiedenen Ideen der Teilnehmer.

Ich wünsche allen noch einen wunderschönen ersten Advent und eine schöne und angenehme Vorweihnachtszeit, die hoffentlich nicht zu stressig wird.

Liebe Grüße
Jojo

Dienstag, 27. November 2012

[TAG] Fill in

Bildquelle

Mein erster TAG. Mensch, ich freu mich total.
Getaggt wurde ich von Tin von Traumseele. Der Fill-in-TAG ist von bookjunkies-rezi. Wenn ihr mich fragt: Ein interessanter TAG mit tollen Sätzen, die ich so ausgefüllt habe:
(Die bunten, kursiven Abschnitte, habe ich ausgefüllt.)

  • Könnte ich mir eine Fantasywelt aussuchen, würde ich am liebsten in Nimmerland leben.
  • Familie und Freunde sind mehr wert als alles Geld der Welt.
  • Würde ich ein Buch schreiben, hätte es das Genre Krimi/Thriller. Es ist einfach das Genre, dass mich total fasziniert und in dem ich am Liebsten lese.
  • Liebe auf den ersten Blick ist eine wunderschöne Sache. Ob es sie wirklich gibt, kann ich leider nicht sagen. Mir ist's noch nicht passiert
  • Mein liebstes Urlaubsziel ist Schweden, bzw. generell Skandinavien.
  • Müsste ich zwischen Reichtum und Liebe & Freundschaft wählen, würde ich mich definitiv für Liebe & Freundschaft entscheiden.
  • Edward und Bella finde ich super. Ich mag die beiden, es ist eine tolle Liebesgeschichte, aber der Hype um die beiden, geht mir doch mittlerweile etwas auf den Keks. Schade.
  • Mein liebstes blaues Buch ist Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren.
  • Meine Eltern halten meine Leidenschaft für Bücher für ein gutes Hobby, denke ich zumindest. Hin und wieder rollen sie mit den Augen, wenn sie meinen riesigen Stapel Bücher sehen, den ich noch lesen möchte/muss. Aber an sich finden sie es glaube ich in Ordnung.
  • Adventskalender find ich super toll, weil es einfach eine schöne Sache ist. Und außerdem hängen tolle Kindheitserinnerungen an diesem Brauch.
  • M*A*S*H ist die beste Serie, die jemals gedreht wurde.
  • Wenn ich ein Buch lese, dann habe ich am liebsten ein bisschen was Süßes neben mir.
  • Mich stört ein schlechter Schreibstil (und hin und wieder langweilige Geschichten/Ideen) am meisten an Büchern.
  • Sobald ich ein Vampirebuch sehe frage ich mich, was das ganze soll. Irgendwann ist auch mal gut, oder?
  • Würde ich auf einer verlassenen Insel stranden würde ich Carl Mørck (füge hier einen Buchcharakter ein) mitnehmen. Weil ich mir vorstellen kann, dass es mit ihm und seinem trockenem Humor lustig werden würde.
Das wären alle meine Antworten auf die Lücken.
Jetzt möchte ich den TAG Lesegiraffe von Lesegiraffe weitergeben. Ich hoffe, das ist in Ordnung für dich.
Wenn noch jemand möchte, einfach melden.

Sonntag, 25. November 2012

[Filmvorstellung] Breaking Dawn - Teil 2


Bildquelle


 Originaltitel: The Twilight Saga: Breaking Dawn - Part 2
Produktionsjahr: 2012
Laufzeit: 116 Minuten
Altersfreigabe:
freigegeben ab 12 Jahren

Inhalt:
Nahtlos schließt der Film an den ersten Teil der Verfilmung des vierten und damit letzten Teil der Twilight-Saga an. Bella erwacht als Vampir im Haus der Cullens, ihre Tochter lebt und Jakob hat sich auf diese geprägt. Es scheint alles in Ordnung zu sein, aber dann wird eine falsche Information an die Volturi weitergegeben: Renesmee solle ein unsterbliches Kind sein.
Diesen Verstoß gegen das Gesetzt können die Volturi nicht dulden und machen sich auf den Weg zu den Cullens, die verzweifelt versuchen, ihre Freunde als Zeugen mit einzubeziehen, damit Renesmee und dem ganzen Clan nichts passiert.
Meine Meinung:
Ja, die Twilight-Saga. Nun hat sie endlich ein Ende. Für einige ist es schade, andere freuen sich und hoffen, dass der Hype dadurch etwas zurück geht und man die Gesichter der Schauspieler nicht mehr so oft sehen muss.
Ich muss gestehen, dass ich vor allem die Bücher immer sehr mochte und auch die Filme gut finde und deshalb war ich auch gespannt auf den filmischen Abschluss der Reihe. Er ist definitiv gelungen.

Besonders gut fand ich den Einstieg in den Film. Er schließt wirklich nahtlos an den ersten Teil an, was ich sehr gut fand und dazu kommen die Einstellungen, aus Bellas Sicht. Sie merkt, dass sie nun schärfere Sinne hat, die kleinsten Details sieht und auch danach sieht man ihr immer an, dass sie glücklich mit ihrer Entscheidung ist. Sei es nun bei der Jagd, oder einfach, wenn sie mit Edward oder ihrer Tochter zusammen ist.
Die Schauspieler an sich sind gut wie immer. Sie haben sich, denke ich, in ihre Rollen perfekt eingefunden, sind aufeinander eingespielt und ich habe ihnen die Figuren abgenommen. Vor allem auch der Volturi-Clan und insbesondere Dakota Fanning als Jane hat mich hier wieder sehr überzeugen können, auch wenn sie auch diesmal wieder eine vergleichbar kleine Rolle gespielt hat, schafft sie es dennoch in den kurzen Momenten vollkommen da zu sein und mit ihrer Rolle zu überzeugen.

Was vielleicht einige bemängeln könnten, ist die eine starke Änderung im Film, die das Buch so nicht aufzeigt. Es gibt eine Kampfszene zwischen den Volturi gegen die Cullens und deren Verbündete. Jeder im Kino sitzt plötzlich dort und hat keine Ahnung, was das denn jetzt soll, bis die Auflösung kommt und man nur erleichtert aufatmet.
Allerdings lebt der Film von dieser einen Szene. Wäre sie nicht eingefügt worden, wäre ich aus dem Kino gekommen und hätte gedacht: Was für ein langweiliger Müll.
Durch diese eine Szene konnte mich der Film allerdings umstimmen und hat mich mitgerissen und mitfiebern lassen.

Zur Filmmusik ist zu sagen, dass mir dann doch irgendwann das Hauptthema ein bisschen auf den Keks ging, da es wirklich in gefühlt jeder Szene vorkam, aber es war jetzt auch nicht so störend, dass es mir den Film verdorben hat. Die Filmmusik war in Ordnung, aber mehr auch nicht, nicht überragend gut.
Auch wenn ich eher vom Film, den Schauspielern und den Bildern schwärme, sollte man bei meiner Meinung nie vergessen, dass ich einmal zu den extremen Twilight-Fans gehört habe, die die Bücher und Filme vergöttert haben. Mittlerweile stehe ich dem Hype etwas anders gegenüber, möchte aber trotzdem betonen, dass ich nicht alles schlecht finde. Die Bücher sind klasse, eine schöne Idee und angenehm geschrieben, sodass man sie schnell lesen kann. Die Filme sind ebenfalls alle gut und unterhaltsam - mehr oder weniger zumindest.

Fazit:
Insgesamt hat mir der Film wirklich gut gefallen und ich kann nur sagen, dass ein würdiger Abschluss für die Film-Reihe war. Zwar mit einer kleinen - nun ja, doch schon großen - Abwandlung in einer Sache, aber diese war für den Film auch unumgänglich, damit er funktioniert und nicht zu langweilig wird.
Insgesamt bekommt der Film von mir 4 von 5 Sternen.

Dienstag, 20. November 2012

[Rezept] Winterlicher Apfelkuchen


Was macht man, wenn man Kuchen backen möchte, aber keine Eier da hat?
Eine Frage, die ich mir letztens stellen musste und die ich zusammen mit einer Freundin und Google schnell beantworten konnte. Es sollte außerdem schnell gehen und gleichzeitig ein kleines bisschen nach Winter schmecken. Demnach haben wir uns zu einem Apfel-Zimt-Kuchen entschlossen.

Es wird benötigt:
300 g Mehl
100 g Zucker
200 g Margarine
1 Banane (nicht zu reif, da sonst der Kuchen sehr nach Banane schmeckt)
7-8 Äpfel
Zimt

Zuerst wird die Banane zerdrückt. Sie dient als Bindemittel, was sonst das Ei übernehmen sollte. Dazu wird dann das Mehl, der Zucker und die Margarine gegeben und alles gut verrührt. Es kann sein, dass der Teig etwas krümelig ist, was nicht schlimm ist, da es sich um Mürbeteig handelt.
Wenn alles gut verrührt ist, werden 3 Viertel des Teiges abgetrennt und in eine Springform oder auf einem Backblech verteilt. Da wir keine Springform hatten, haben wir uns für das Backblech entschieden.
Danach geht's den Äpfeln an den Kragen. Schneiden, entkernen und in kleine Stückchen schneiden. Währenddessen kann schon mal ein Topf mit etwas Wasser bereit gehalten werden. Die Äpfel werden leicht zerkocht und müssen immer wieder umgerührt werden. Dazu kommt nun der Zimt. Je nach Belieben einfach etwas zu den Äpfeln geben.
Wenn die meisten Äpfel zerkocht sind, wird die Masse auf dem Teig verteilt. Es sollten noch einige feste Stücke dabei sein. Dann schmeckt es nachher auf dem Kuchen besser und man hat nicht ein vollkommen breiige Masse.
Jetzt müssen nur noch die Streusel auf dem Mus verteilt werden. Da der Teig bei uns nicht wirklich krümelig war, haben wir uns für Plättchen entschieden. Man kann natürlich auch Sterne oder andere Dinge ausstechen und so die Äpfel verdecken. Dann sieht's noch winterlicher aus.

Jetzt muss der Kuchen nur noch etwa 20 Minuten bei 180°C (Ober-/Unterhitze) gebacken werden.

Kleiner Tipp:
Am Besten schmeckt er warm.
Und wer Rosinen mag, kann diese vorher noch in den Apfelkompott mischen, um noch ein kleines Detail hinzuzufügen.

Samstag, 17. November 2012

[Buchvorstellung] Jonas Jonasson - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Bildquelle


Originaltitel: Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann
Verlag: carl’s books
Seitenzahl:
413 Seiten
ISBN:
978-3-570-58501-6

Inhalt:
Allan Karlsson wird 100 Jahre alt und hat in seinem Leben bereits viel erlebt. Man könnte meinen, jetzt ist er froh darüber, ein bisschen Ruhe in dem Altersheim zu finden, aber nichts da. Allan steigt kurzerhand am Morgen seines Geburtstags aus dem Fenster und klaut vor dem Busbahnhof einen Koffer, in dem - wie sich später herausstellt - 50 Millionen Kronen sind. Auf der Flucht vor denjenigen, denen der Koffer eigentlich gehört, passieren einige skurrile Dinge und schon bald sind auch Presse und Polizei hinter dem Flüchtigen her.

Die Boulevardpresse blieb noch länger dran. Wenn man nichts zu sagen hatte, konnte man immer noch jemanden interviewen oder zitieren, der nicht kapierte, dass er auch nichts zu sagen hatte.

Meine Meinung:
Das Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste, demnach war ich auch ziemlich gespannt, was mich da erwarten würde.
Der Inhalt klang lustig und das Cover sieht zusätzlich super chic aus und immer kam mir beim Betrachten die Frage in den Kopf, wieso denn ein Elefant darauf zu sehen ist.

Das Buch hat mir persönlich sehr gefallen. Allan Karlsson ist vor allem ein sehr interessanter Charakter und ist mir so in der Art auch noch nie untergekommen. Ein Mann, der bereits überall auf der Welt herumgekommen ist und dann doch noch nicht genug vom Leben hat und kurzerhand aus dem Fenster steigt, an seinem Geburtstag. Allein der Einstieg hat mir ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und das schafft der Autor auch immer wieder.
Die unterschiedlichen Charaktere, die aufeinander treffen, bilden ein wunderbares Team. Ob es nun die Schöne Frau, die Brüder Benny und Bosse, der Dieb Julius oder der Kommissar ist, der nach der Bande sucht. Aus beinahe jeder Sicht erhält man einen kurzen Einblick in die Geschichte und die Geschehnisse und erfährt so, wie die unterschiedlichen Parteien die ganze Sache wahrnehmen.
Aber auch die Abschnitte aus Allans Vergangenheit sind wirklich gelungen und auch dort passiert immer wieder etwas skurriles. Allan scheint nicht sterben zu können, wie es einem zwischendurch erscheint. Sobald er sich in einer brenzlichen Situation befindet, kann er diese oft mit ein paar Gläsern seines geliebten Schnaps lösen und wird so gut Freund mit Truman, Mao, einem Einstein (nicht Albert, aber immerhin) und noch so einigen anderen wichtigen Personen. Dabei ist Allan jedes Mal noch dazu politisch vollkommen desinteressiert und vielleicht gerade deshalb kann er sich immer wieder aus unangenehmen Situationen befreien.
Dazu streut der Autor immer wieder ein paar Kommentare in die Geschichte ein, die zwar teilweise ziemlich trocken scheinen, aber das ganze Geschehen immer wieder auflockern und einen lustigen Charakter geben.

Generell ist der Schreibstil eher einfach. Das Buch lässt sich gut lesen, wobei ich mich erst etwas damit abfinden musste, dass relativ wenig wörtliche Rede vorkommt. Der Autor beschreibt vieles in indirekter Rede. Gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit fällt es schon gar nicht mehr auf. Trotzdem gibt’s dafür einen kleinen Abzug. Es ist eben nichts außergewöhnliches.

Eigentlich würde ich dem Buch gerne die volle Stern-Anzahl geben, allerdings finde ich doch einige Szenen etwas zu abgedreht, vor allem gegen Ende, wenn sich alles aufklärt und die Flüchtigen von der Polizei endlich gefunden werden. Es ist immer noch lustig, aber trotzdem hätte ich mir gerade da irgendwie etwas mehr Ernst gewünscht. Ich möchte darüber aber nicht zu viel verraten, da ich sonst unnötig spoilern müsste.

»Na bitte«, sagte Allan und blickte auf den bewusstlosen chinesischen Soldaten zu seinen Füßen. »Wenn du mit einem Schweden um die Wette saufen willst, solltest du mindestens Finne oder Russe sein.«

Fazit:
Insgesamt hat mir das Buch - wie gesagt - sehr gut gefallen. Tolle Charaktere, eine lustige Geschichte und ein Mann, der bei allen wichtigen geschichtlichen Ereignissen der letzten hundert Jahre teilhaben konnte.
Von mir bekommt das Buch 3,5 Sterne.

Die kursiven, farbigen Abschnitte sind Zitate aus dem hier vorgestellten Buch.

Sonntag, 11. November 2012

[Filmvorstellung] The Social Network

Bildquelle

Originaltitel: The Social Network
Produktionsjahr: 2010
Laufzeit: 121 Minuten
Altersfreigabe:
ab 12 Jahren freigegeben

Inhalt:
Facebook - eine wohl allen bekannte Seite, die mittlerweile 1 Milliarde Nutzer zu verzeichnen hat. (Die Zahl ist vom Oktober 2012)
Der Film The Social Network dreht sich um die Entstehungsgeschichte dieser weltweit bekannten Seite. Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg), der von seiner Freundin verlassen wird, erstellt eine Website namens Facemash, auf der man zwei Bilder von Mädchen vorgelegt bekommt, und sie mit einem Klick deren Attraktivität vergleichen kann. Schon bald hat er mit dieser Seite den Server der Harvard-Universität lahm gelegt und bekommt eine Bewährungsstrafe.
Aber damit noch lange nicht genug. Das ist nur der kleine Anstoß für sein großes Projekt The Facebook, das schon wenig später zum Selbstläufer zu werden scheint.

Sie sind kein Arschloch, Mark. Sie geben sich nur große Mühe eins zu sein.

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich zu Beginn, als der Film im Kino lief, gedacht habe, dass es doch ziemlich übertrieben sei, über die Gründung Facebooks einen Film zu drehen.
Jetzt im Nachhinein bereue ich es etwas, den Film nicht auf einer großen Kinoleinwand gesehen zu haben.

Zu allererst gibt es einen großen Pluspunkt für den Regisseur. David Fincher. Ein ziemlich guter, wenn man mich fragt. Schon mit Fight Club konnte er mich vollkommen überzeugen und hat es geschafft, mich zusammen mit den Schauspielern in die Geschichte und die Welt hineinzuziehen. Bei The Social Network war es genau der gleiche Fall. Mit - wie es mir scheint - einfachen Mitteln, baut er eine ziemliche Spannung in ein Thema, das doch irgendwie sehr trocken klingt.
Der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle sind vielleicht die Unterbrechungen durch die beiden verschiedenen Anhörungen, in die Zuckerberg verwickelt ist. Mich persönlich haben sie zu Beginn etwas verwirrt, aber ich hatte es dann doch ziemlich schnell raus und dann war es total interessant, der ganzen Unterhaltung und den kleinen Sequenzen aus der Vergangenheit zu folgen und sich so ein Bild machen zu können, wie es zu den Anklagen gekommen ist.

»Damit bin ich quasi kein Teil von Facebook.«
»Du bist nicht quasi kein Teil von Facebook, du bist kein Teil von Facebook.«
»Mein Name steht im Impressum.«
»Sieh lieber noch mal nach.«

Eine weitere Sache sind die Schauspieler. Vor allem Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg war einsame Spitze. Seine Rolle als der Nerd ohne viele Freunde, der typische Verlierertyp, der in der Uni nur mit Adidas-Schlappen und Kaputzenpullis durch die Gegend rennt, hat er perfekt verkörpert. Gleichzeitig hat er es geschafft, irgendwie als Arschloch dazustehen, dem sein Projekt über alles ging und dem seine Freunde auf irgendwie ziemlich egal erschienen. Seine Entschuldigungen kamen halbherzig rüber, auch wenn sie vielleicht anders gemeint waren und sein ständiges Mitteilungsbedürfnis ging einem bei Zeiten auf den Keks, aber genau das machte ihn so außergewöhnlich.
Aber auch Andrew Garfield als sein bester Freund Eduardo Saverin und Justin Timberlake als Sean Parker waren sehr gelungen und griffige Charaktere, die alle ihre Eigenheiten hatten und den Film bereichert haben.
Hinzu kommt der krasse Bruch zu den coolen Studentenclubs, in die Eduardo Saverin teilweise eingeführt wurde und die vor allem durch die Brüder Winklevoss repräsentiert wurden. Die zwar mit einer Idee aufwarten konnten und auch das nötige Kleingeld haben, aber nicht „schlau“ genug sind, diese umzusetzen und somit online zu stellen. Demnach sind sie vollkommen abhängig von Zuckerberg und stehen dementsprechend schlecht da. Eine Tatsache, die doch irgendwie immer wieder auf lustige Weise aufgegriffen wird, wie ich finde und somit in den - eigentlich vielleicht langweiligen Stoff - Wortwitz und Würze hineinbringt.

»Hier geht es womöglich um Millionen von Dollar.«
»Jetzt geht aber Ihre Vorstellungskraft mit Ihnen durch, Mr. Winkelvoss.«

Fazit:
Ich kann den Film wirklich nur jedem empfehlen. Hinter diesem eher langweiligen Stoff versteckt sich nämlich eine interessant Geschichte und eine sehr gut gelungene filmische Fassung. Wie viel jetzt von alldem wahr ist und wie viel erfunden, wissen wohl nur Mark Zuckerberg und Eduardo Saverin selbst und jeder kann nur für sich entscheiden, was er für bare Münze nimmt und was nicht. Trotzdem hat der Film mir alles in allem sehr gut gefallen. Tolle Schauspieler, toller Regisseur, interessante Story und vor allem - aktuell.
5 von 5 Sternen.